Kunstmuseum Luzern untersucht Bestand auf Raubkunst

Das Museum hat vom Bund 50'000 Franken erhalten um seine Bilder auf sogenannte Raubkunst zu untersuchen. Von den knapp 5000 Werken im Bestand werden 100 untersucht.

Heinz Stahlhut mit einem Gemälde im Archiv des Kunstmuseums. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heinz Stahlhut mit dem Gemälde «Judith» von Friedrich von Amerling. Insgesamt 100 Bilder will das Museum untersuchen. SRF/Lea Schüpbach

Heinz Stahlhut zieht ein grosses Gemälde mit Goldrahmen aus dem Archiv: «Bei diesem Bild wissen wir nicht, wem es zwischen Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte», sagt der Sammlungskonservator des Kunstmuseums Luzern.

100 Werke mit unklaren Besitzerwechseln zwischen 1933 und 1945

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Juden in Deutschland Kunstwerke entzogen und ins Ausland verkauft. Ob das beispielsweise auch beim Porträt mit dem Namen «Judith» so geschehen ist, soll jetzt herausgefunden werden. Das Bild von Friedrich von Amerling gehört zu den insgesamt 100 Werken, welche das Kunstmuseum untersuchen will.

Dazu sucht das Museum nach Stempeln oder Etiketten auf dem Gemälde, welche auf einen früheren Besitzer schliessen lassen. Anschliessend wird im hauseigenen, im städtischen oder nationalen Archiv nach Hinweisen zum Bild gesucht. Als letzter Schritt wendet man sich an ausländische Archive.

Insgesamt 100'000 Franken für Untersuchung

Die 50'000 Franken, welche das Museum vom Bund für die Untersuchungen erhält, reichen nicht aus für diese aufwändige Arbeit. Mit Anträgen bei der öffentlichen Hand und bei Stiftungen sollen nochmals 50'000 Franken in das Projekt fliessen. Anfang 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.