«Lehrreich, aber kein Sonntagsspaziergang»

Seit 10 Jahren sitzt Susanne Truttmann (SP) im Emmer Gemeinderat. Als erste Frau wurde sie in das Gremium gewählt und bereut ihren Entscheid nicht. Sich mit anderen Frauen aus Luzerner Exekutiven über ihren Alltag austauschen ist die Idee des Rätinnentreffen. Zu diesem lud Susanne Truttmann ein.

Das Rätinnentreffen 2015 fand am Samstag in Emmen statt. 30 Politikerinnen aus Luzerner Gemeinden trafen sich, um sich zu vernetzen und auszutauschen. «Das ist wichtig für mich, um über den Tellerand zu schauen», sagt beispielsweise Vreny Müller. Sie ist seit 11 Jahren Gemeinderätin in Entlebuch.

Als erste Frau in den Emmer Gemeinderat kam Susanne Truttmann vor zehn Jahren. Vor der ersten Gemeinderatssitzung sei sie «angespannt» gewesen. Im Nachhinein hätte sie aber festgestellt, dass es den Männern «nicht anders ging».

«Gemischtes Team hat mehr Ideen»

Frauen bringen eine andere Sichtweise in eine Exekutive ein, ist Susanne Truttmann überzeugt. Dass die Luzerner Kantonsregierung aktuell ohne Frau arbeitet, bedauert sie «sehr». Gewandelt in ihrer Zeit als Gemeinderätin habe sich ihr Verhältnis zur Macht.

«Früher war mir Macht suspekt.» Heute sei ihr klar, dass dank der Macht, die das Amt mit sich bringt, viel «Gutes bewirkt» und Ziele erreicht werden können. Susanne Truttmann kann das Amt als Gemeinderätin aus heutiger Sicht «nur empfehlen». Es ist sehr «lehrreich, aber kein Sonntagsspaziergang».

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr