Luzerner Theater Ein schwarzer Schleier über die Goldenen Zwanzigerjahre

Die neuste Produktion «Feeling Gatsby» stellt zwei unmögliche Liebesbeziehungen ins Zentrum.

Mann mit Pfauenfedern im Hintergrund. Vorne eine Frau die sich an zwei goldenen Stangen hält. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gatsby und Daisy oder Fitzgerald und Zelda? Jason Cox und Annina Polivka schlüpfen in dessen Rollen. Luzerner Theater/ Ingo Hoehn

Es handelt sich dabei einerseits um die Beziehung zwischen den Romanfiguren Daisy und Jay Gatsby aus dem Roman «Der grosse Gatsby» und andererseits die des Autors F. Scott Fitzgerald und seiner Frau Zelda. In der Box des Luzerner Theaters schlüpft Schauspielerin Annina Polivka in die Rolle der Frauen und agiert als Erzählerin. Unterstützt wird sie vom Sänger Jason Cox der mal Entertainer und mal Fitzgerald oder Gatsby darstellt.

Eher melancholisch als wild

Die Inszenierung von Regisseur Lennart Hantke konzentriert sich weniger auf die rauschenden Partys in den 20ger Jahren - als vielmehr auf die Einsamkeit und Leere der Personen, welche eigentliche alles erreicht haben. Die Aufführung ist dementsprechend eher melancholisch und düster als wild und glänzend.

Während die Zuschauerinnen und Zuschauer im ersten Teil der Aufführung im Raum stehen und mitten im Geschehen sind - sitzen sie im zweiten Teil hinter einem durchsichtigen schwarzen Vorhang. Dieser schwarze Schleier passt einerseits zu den beiden Beziehungen, welche im Roman und in der Wirklichkeit geprägt von Schmerz, Einsamkeit und Selbstaufgabe waren, anderseits hält es das Publikum aber auch auf Distanz. Das lässt einem zeitweise abschweifen.

Musik und Schauspiel ergänzen sich gut

Die reduzierte Inszenierung bietet aber immer wieder schöne Momente. Besonders das zurückhaltende, feine Spiel von Annina Polivka und die charismatische Ausstrahlung von Jason Cox funktionieren über das ganze Stück hinweg sehr gut.

Für die Musik sind Studentinnen und Studenten der Jazzabteilung der Hochschule Luzern Musik verantwortlich. Sie arrangieren Songs von Cole Porter und George Gershwin neu. Leider hört man die Band nur und sieht sie nicht. Das ist schade. Es hätte der Aufführung gut getan und ihr ein bisschen mehr Leben eingehaucht. Trotzdem: Der Theaterabend bietet viel schönen alten Jazz, plätschert vor sich hin, dies allerdings auf eine sehr angenehme Art und Weise.