Med-Tech-Konzern mit neuem Arbeitsmodell für ältere Mitarbeiter

Bei der Sempacher B.Braun Medical AG sollen ältere Mitarbeiter künftig weniger intensiv, dafür länger arbeiten. Damit will der Konzern dem drohenden Mangel an Fachkräften begegnen. Am Freitag stellte das Unternehmen das Konzept im Beisein von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann vor.

Arbeiter im Produktionsbetrieb Sempach der B.Braun Medical AG. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der B.Braun Medical AG sollen künftig weniger, dafür länger arbeiten können. zvg

Das Problem sei, dass die Babyboomer-Jahrgänge ins Pensionsalter kämen und auf dem Arbeitsmarkt fehlten, erklärt Hans Kunz, Geschäftsführer der B.Braun Medical Schweiz AG. So habe er künftig zu wenig Fachleute, um an seinen Produktionsstätten weiterhin Spritzen oder Desinfektionsmittel für den Weltmarkt zu produzieren.

Eine Projektgruppe hat deshalb monatelang gebrütet und nun das Projekt «Perspektiven 50 Plus» entwickelt, das älteren Arbeitnehmerinnen und -Nehmern ermöglichen soll, weniger intensiv, dafür länger arbeiten zu können. Konkret sollen die Angestellten ab 50 ihren 13. Monatslohn oder Prämien auf ein Langzeitkonto einzahlen können. Mit knapp 60 Jahren könnten sie dann die Arbeitszeit reduzieren und den Lohnausfall über dieses Konto kompensieren.

Es sei ein aufwändiger Prozess gewesen, ein einheitliches Modell zu entwickeln, das sowohl in Produktionsbetrieben als auch bei den Stellen in Büros funktioniert, erklärt Firmenchef Hans Kunz. Ob das Modell auch wirklich funktioniert, dürfte sich frühestens in einem Jahr zeigen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.