«Mehr Sparen geht in den Stadtluzerner Betagtenzentren nicht»

Seit einem Jahr sind die Betagtenzentren der Stadt Luzern nicht mehr Teil der städtischen Verwaltung. Sie sind in der neuen Aktiengesellschaft Viva Luzern AG organisiert. Diese funktioniere laut den Verantwortlichen gut. Auch mit den Finanzen komme man zurecht. Aber mehr Sparen liege nicht drin.

Verwaltungsratspräsident Beat Däppler (li) und Geschäftsführer der Viva AG Beat Demarmels bei der Eröffnung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verwaltungsratspräsident Beat Däppeler (links) und Beat Demarmels, Geschäftsführer der Viva Luzern AG. SRF/Miriam Eisner

Nach der Privatisierung der Alterszentren vor einem Jahr sind die Heime in der Viva Luzern AG organisiert. Diese gehört zu hundert Prozent der Stadt Luzern. Insgesamt betreut die Aktiengesellschaft 900 Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Auslagerung in eine AG ist aus Sicht der Gesellschaft ein Erfolg. Sie ermögliche schnellere Entscheide, sagt der Geschäftsführer Beat Demarmels. Und er habe mehr Einfluss auf die Planung sowie die Abläufe. Das zeige die Fertigstellung des ersten Bauprojektes unter der neuen Organisationsform - ein Neubau im Betagtenzentrum Dreilinden, der jetzt eingeweiht wird.

Allerdings sei der Kostendruck in den Heimen gross. Auch in denen der Viva Luzern AG. Die Stadt Luzern will bei den Pflegekosten im laufenden Jahr 940'000 Franken sparen und die Pflegetarife senken. Man habe die Arbeitsabläufe bereits angepasst. Momentan müsse man keine Einsparungen bei den Arbeitsbedingungen machen, sei aber am Limit angekommen, erklärt Viva-Verwaltungsratspräsident Beat Däppeler. «Ein weiteres Sparpaket liegt nicht mehr drin, die Zitrone ist ausgepresst.»

«Gesamtarbeitsvertrag ist wichtig»

Mit der Überführung in eine AG wurde für das Personal ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Personal ausgearbeitet. Dieser ist aus Sicht der AG wichtig, um die Arbeitsbedingungen für die Angestellten zu sichern.

Die Gewerkschaft VPOD steht einer Privatisierung von Betagtenheimen grundsätzlich kritisch gegenüber. «Aber der ausgehandelte GAV ist gut und ein wichtiges Instrument, damit die Angestellten nicht unter die Räder kommen», sagt VPOD-Geschäftsführer Martin Wyss. Das gelte auch für andere Gemeinden, die mit einer Auslagerung ihrer Heime liebäugelten.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr