«Mit einem blauen Auge davongekommen»

Die Zentralschweiz ist nach dem Dauerregen glimpflich davongekommen. Im Kanton Schwyz sind die Schäden geringer als befürchtet. Im Kanton Obwalden haben sich die Bachverbauungen bewährt. Und im Kanton Luzern konnte das Holzrückhaltebecken an der Kleinen Emme bei Malters Schlimmeres verhindern.

Die Holz-Rechenanlage fischt Schwemmholz aus dem Hochwasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Holzrückhaltebecken konnte bei Malters viel Holz aus der Kleinen Emme herausfischen. zvg (Webcam Kanton Luzern)

Der Sachschaden im inneren Kantonsteil von Schwyz dürfte um die 300'000 Franken betragen. Das sei weniger als befürchtet, sagt Guido Schelber von der Mobiliar Versicherung. «Die Leute haben gerade im Gebiet Lauerz seit dem Hochwasser 2005 in die Sicherheit ihrer Häuser investiert.»

Der Pegel des Lauerzersees geht langsam zurück. Der See trat am Wochenende über die Ufer. Ähnlich wie in Luzern soll der Lauerzersee künftig reguliert werden . Ein entsprechendes Projekt mit einem Entlastungsstollen wird nächstens im Kantonsrat diskutiert. Die vorberatende Kommission hinterfragt den Nutzen und spricht sich gegen das Projekt aus.

Lauerzersee wird zum Politikum

Das Geschäft erhält mit der aktuellen Situation neue Brisanz. Der zuständige Schwyzer Regierungsrat Andreas Barraud hofft «auf ein Umdenken bei den Kantonsräten.»

Auch im Kanton Obwalden dürfte das Stollenprojekt für den Sarnersee wieder in Fahrt kommen. Bewährt hätten sich aber die «Bachverbauungenn in den Gemeinden», stellt Roland Arnold von der Mobiliar Obwalden/Nidwalden fest.

«Bewährte Schutzmassnahmen»

Das Holzrückhaltebecken ist zusammen mit einem Kleinwasserkraftwerk bei Malters seit zwei Jahren in Betrieb. «Dieses Wochenende hat die Natur die Anlage erstmals richtig beansprucht und sie hat sich bewährt», sagt Albin Schmidhauser, Chef der Abteilung Naturgefahren des Kantons Luzern gegenüber Radio SRF.

Das Hochwasser wird in Becken geschleust. Aus diesem vier Hektaren grossen See wird das Schwemmholz mit zwei Rechenanlagen herausgefischt. «Dank der Anlage liegen in Malters nun grosse Mengen an Schwemmholz, welche flussabwärts das Flussbett verstopft und Probleme verusacht hätten», sagt Albin Schmidhauser. 

Seeregulierung verhinderte Hochwasser in Luzern

Ebenfalls bewährt hat sich laut den Verantwortlichen die frühzeitige Öffnung des Reusswehrs in Luzern. «Hätten wir uns an das Reglement gehalten, hätten wir erst am Samstag öffnen können und der Pegel des Vierwaldstättersees wäre jetzt 20 Zentimeter höher», sagt Albin Schmidhauser. «Somit wäre man an der Schadenquote der Stadt Luzern.»