Neue Vorwürfe an die Adresse der Luzerner Polizei

Offenbar soll es einen weiteren Fall geben, in welchem ein Kadermitglied der Luzerner Polizei befördert wurde, obwohl er sich im Dienst nicht korrekt verhalten hatte. Der Kaderpolizist soll jungen Polizistinnen ein gutes Zeugnis versprochen haben - als Gegenleistung für Sex.

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Bildlegende: Alt-Oberrichter Jürg Sollberger und Regierungsrätin Yvonne Schärli müssen sich um einen neuen Fall kümmern. Keystone

Wie die «Neue Luzerner Zeitung» am Mittwoch berichtet, soll ein Mitglied der Luzerner Polizei ihm unterstellten Polizistinnen ein gutes Zeugnis versprochen haben, wenn sie mit ihm Sex hätten. «Die Regierung, die Luzerner Polizei, die Staatsanwaltschaft und auch Jürg Sollberger hatten bisher keine Kenntnis von diesem Fall. Wir werden der Sache jetzt aber nachgehen und schauen, was da dran ist», sagt die Luzerner Justizdirektorin Yvonne Schärli gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF.

Der ehemalige Berner Oberrichter Jürg Sollberger, welcher die Missstände innerhalb der Luzerner Polizei untersucht, soll diesem Fall nun nachgehen.

Grundsätzlich erhalte er immer wieder Meldungen über angebliche Ungereimtheiten bei der Luzerner Polizei, sagt Jürg Sollberger auf Anfrage: «Es kommen immer wieder neue Meldungen von Leuten, die behaupten, nicht korrekt behandelt worden zu sein. Darunter gibt es sehr viele alte Fälle, aber auch einige ganz neue.»

Man werde diese Fälle jetzt genau untersuchen. Was bei der Luzerner Polizei alles schief gelaufen ist, soll definitiv im Dezember veröffentlicht werden. Dann wird der Bericht von Jürg Sollberger offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.