«Panama Papers»: Viele Zuger Adressen

Allein im Kanton Zug tauchen im neuen Datensatz der «Panama Papers» über 100 Adressen und Namen auf. Das heisse aber nicht, dass dabei «illegal geschäftet» wird, sagt Philipp Moos von der Zuger Steuerverwaltung.

Ein Diagramm das ein Beziehungsnetz einer Zuger Firma mit dem Ausland zeigt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch Zuger Firmen sind bei den «Panama Papers» zu finden. ZVG

Häufig vertreten einheimische Anwaltskanzleien eine oder mehrere Briefkastenfirmen. Wer dahinter steht, wissen nur die Treuhänder. Sie unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Dabei ist es legal, versteuertes Geld in einem Briefkasten zu deponieren, um Steuern zu sparen. Illegal hingegen wird es bei Schwarzgeld, das jemand nicht versteuern will.

Beruflich mit Briefkastenfirmen beschäftigt sich Philipp Moos. Er ist Leiter für die natürlichen Personen der Zuger Steuerverwaltung. Häufig ginge es Ausländern darum, ihr «Vermögen vor dem Staat zu schützen».

Viele Zuger Anwaltsfirmen

In den neu veröffentlichten Daten der «Panama Papers» tauchen viele Adressen und Namen von Zuger Anwälten auf. Das ist auch Philipp Moos aufgefallen. Er vermutet, dass es Leute aus dem «Beratungsumfeld sind, welche Personen betreuen, die das Bedürfnis haben, ihr Vermögen zu strukturieren - auch aus ganz legalen Gründen.»

Die Steuerverwaltung des Bundes hat angekündigt, sich mit den Daten der «Panama Papers» zu beschäftigen. Falls sie strafrechtlich relevantes findet - wie zum Beispiel Betrug oder Geldwäscherei - könnte das unter Umständen auch die Zuger Staatsanwaltschaft betreffen.

Diese hat erst eine Strafuntersuchung zu eröffnen, wenn sich ein hinreichender Tatverdacht auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten ergibt. Allein die Tatsache, dass eine «Gesellschaft oder Personen aus den Panama Papers ihren Wohnsitz im Kanton Zug hat, reicht nicht», sagt die leitende Zuger Staatsanwältin für Wirtschaftsdelikte Annette Hoffmann.

Rechtshilfegesuche aus dem Ausland möglich

Es könnte auch sein, dass beispielsweise bei der Zuger Staatsanwaltschaft Rechtshilfeersuchen aus dem Ausland eintreffen. Das sei «gut möglich», sagt Annette Hoffmann. Allerdings müsse auch der ausländische Staat die strafrechtliche Relevanz darlegen. Bei einem solchen Verfahren sei der Aufwand «sehr gross und kostenintensiv». Die angeforderten Unterlagen müssen beispielsweise alle übersetzt werden.

Ob die neuen Daten der «Panama Papers» für die Arbeit der Zuger Staatsanwaltschaft mehr Arbeit bedeuten, könne sie «nicht abschätzen», so Annette Hoffmann.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr