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Schlafen wie im Raumschiff Luzerner Hotel setzt auf Schlafkapseln statt auf Zimmer

Statt Zimmer bietet das Kapselhotel abschliessbare Schlafkapseln mit Matratze und Klapptisch im Space Design. Zielgruppe sind «digitale Nomaden».

Legende: Audio Nichts für Klaustrophobe: Eine Kapsel misst 3 Quadratmeter. abspielen. Laufzeit 03:19 Minuten.
03:19 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 01.11.2018.

Übernachten in einer drei Quadratmeter grossen, fensterlosen Kapsel: In Japan sind sogenannte Kapselhotels bereits verbreitet - vor allem in grossen Städten, wo der Platz knapp ist und Geschäftsleute froh sind um günstige Übernachtungsmöglichkeiten. In Europa gibt es solche Hotels bislang nur in London und in Wien. Und seit heute auch in Luzern: Das Capsule Hotel Lucerne am Hirschengraben, in der Nähe des Kasernenplatzes, mit 19 Schlafplätzen.

Schlafen wie im Science-Fiction-Film

Jeweils zwei Kapseln liegen übereinander. Sie erinnern an einen Science-Fiction-Film: Die Kabinen sind weiss gehalten, darin schimmert bläuliches Licht. An einer Wand hängt ein Spiegel, ein Tischchen lässt sich ausklappen, einige Kapseln verfügen auch über einen Flat-Screen. Ist man erst einmal hineingekrochen, sind die Kapseln geräumiger und luftiger, als sie von aussen scheinen.

Dennoch: Sie sind wohl nicht das, was sich normale Touristen wünschen, die für ein paar Tage in Luzern bleiben. Doch das ist auch nicht die Zielgruppe, sagt Manuel Brun, Präsident des Vereins Hirschengraben Co-Working und Innovation, der das Hotel ins Leben gerufen hat. «Unsere Zielgruppe sind digitale Nomaden. Menschen aus dem Kreativbereich oder Programmierer, die für ihren Job nicht viel mehr brauchen als einen Laptop und eine schnelle Internetverbindung - und die darum immer wieder von einem andern Ort aus arbeiten.»

Günstig wie die Jugi - aber mit Privatsphäre

Diese «digitalen Nomaden» seien ein interessantes Segment, sagt Brun. Innovative, spannende Köpfe. Die Grossstädte rund um den Globus seien voll von ihnen - um die Schweiz machten sie aber einen weiten Bogen. Weil hier die Unterkünfte zu teuer seien.

Die Kapseln kämen solchen Leuten entgegen, sagt Manuel Brun. Sie kosten pro Nacht je nach Saison zwischen 35 und 60 Franken und böten verglichen mit Jugendherbergen mehr Komfort und Privatsphäre. Und: Mitgeliefert werde gleich auch noch ein kreatives Umfeld.

Fexible Arbeitsplätze mit Bildern im Hintergrund
Legende: Das Kapselhotel ist Teil des Luzerner Coworking Space. Dort können flexible Arbeitsplätze gemietet werden. SRF

Ein Hotel als Ideenfabrik

Ein Stockwerk unter den Schlafkapsels liegt nämlich der Co-Working-Space, den der 24-jährige Software-Jungunternehmer zusammen mit seinem Verein eingerichtet hat. Mehrere Start-up's und Jungfirmen sind hier eingemietet, gleichzeitig gibt es Arbeitsplätze, die sich tageweise buchen lassen. «Wir erhoffen uns davon, dass die digitalen Nomaden mit den Leuten im Co-Working-Space in Kontakt kommen», sagt er. «Dass so neue Projekte entstehen können und dieser Ort hier schliesslich zu einer Art Ideenfabrik wird, die in die ganze Stadt ausstrahlt.»

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