Strassenstrich: Luzerner Parlament nimmt Kanton in die Pflicht

Das Luzerner Stadtparlament fordert mehr Einsatz von Kanton und Agglomeration bei den Problemen am Strassenstrich Ibach. Das der Tenor bei der ersten politischen Aufarbeitung eines Tötungsdelikts von Ende September. Das Opfer war eine Sexarbeiterin vom Strassenstrich Ibach.

Sexarbeiterinnen auf dem Strassenstrich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Luzerner Stadtparlament diskutierte Sicherheitsfragen rund um den Strassenstrich im Gebiet Ibach (Symbolbild). Keystone

Die Betroffenheit über diesen Todesfall war am Donnerstag im ganzen Parlament gross. Man müsse sich die Frage stellen, ob das Parlament mitverantwortlich sei am Tod der Frau, hiess es seitens der Ratslinken. Schliesslich habe das Parlament Reglemente verabschiedet, die den Strassenstrich aus dem Zentrum an den Stadtrand verdrängt hatten.

Noch seien zu viele Fragen offen, um einen direkten Zusammenhang herzustellen, erklärte der zuständige Stadtrat Adrian Borgula. Als Sofortmassnahme zur Verbesserung der Sicherheit habe man einen provisorischen Platz für die Aktivitäten von Freiern und Sexarbeiterinnen auf dem Gelände eingerichtet.

Im Parlament war man sich einig, dass es weitere Massnahmen brauche, um die Sicherheit im Gebiet Ibach zu verbessern. Das sei nicht einfach Aufgabe der Standortgemeinde Luzern. Hier müssten der Kanton und die Agglomerationsgemeinden, allenfalls auch die umliegenden Kantone, stärker in die Pflicht genommen werden. Diese Forderung stiess beim Stadtrat auf offene Ohren. Es brauche nun griffige Lösungen, die von Kanton und Agglomeration mitgetragen würden, bestätigte Borgula. Wie diese konkret aussehen könnten, das bleibt aber offen.