Treffpunkt gegen die Isolation im Asylzentrum Glaubenberg

Die Asylsuchenden im Bundeszentrum auf dem Glaubenberg leben weit abseits eines Dorfes. Ihre Zeit verbringen sie vor allem mit Warten und ohne Kontakt zu Einheimischen. Mit einem Treffpunkt in einem ehemaligen Restaurant wollen Freiwillige in Sarnen der Isolation entgegen wirken.

Im Truppenlager auf 1500 Meter über Meer, 13 Kilometer oberhalb von Sarnen an der Strasse ins Entlebuch, sind Hunderte von Asylsuchenden für ein paar Wochen untergebracht. Sie warten darauf, einem Kanton zugewiesen zu werden. Die Asylsuchenden haben kaum etwas zu tun und kaum Konktakt mit Einheimischen.

Seit dem Frühling aber führen Freiwillige in Sarnen einen Treffpunkt in einem ehemaligen Restaurant. Der Treffpunkt mit dem Namen «Colorbox» ermöglicht den Flüchtlingen etwas Abwechslung und Begegnungen mit anderen Menschen. Die Asylsuchenden können kochen, malen oder musizieren.

Bei einem Besuch in der «Colorbox» äussern sich die anwesenden jungen Männer aus Nigeria und Guinea dankbar für das Angebot: «Wir haben keinen anderen Ort, wo wir hingehen können. Wir sehen nur die Leute aus dem Lager und zwischendurch Militär, das rauf und runter fährt.»

Ein kleiner Lichtblick in einer schwierigen Situation

Den Treffpunkt können sie nur besuchen, wenn sie ein Bus aus dem Asylzentrum ins Dorf fährt, zu Fuss dauert der Weg gegen vier Stunden lang. Der Bus fährt aber nicht jeden Tag und kann nicht alle mitnehmen, die möchten. Weil die Asylsuchenden nur wenige Wochen im Bundeszentrum sind, entstehen keine engeren Beziehungen zu den Frewilligen im Treffpunkt.

Diese sind dennoch überzeugt, dass ein derartiges Angebot wichtig sei und sich ihr Engagement lohne, sagt die Künstlerin und Lehrerin Maya Reinhard, die den Treffpunkt zusammen mit anderen aufgebaut hat. Auch wenn ihnen bewusst sei, dass ihr Engagement die Lebenssituation der Asylsuchenden nur für einen kurzen Moment verbessere.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr