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Zentralschweiz Uri übernimmt die Nothilfe im Nordteil des Gotthard-Basistunnels

Kommt es ab 2016 im neuen Gotthard-Basistunnel der Neat zu einem Notfall, leisten Urner Einsatzkräfte Soforthilfe. Der Kanton Uri hat mit der SBB entsprechende Vereinbarungen getroffen. Um dies gewährleisten zu können, muss Uri seine Notfall-Einsatzkräfte ausbauen.

Die Chemiewehr Uri pumpt anlässlich einer Notfallübung einen lecken Zisternenwagen ab.
Legende: Die Chemiewehr Uri pumpt, anlässlich einer Notfallübung, einen lecken Zisternenwagen ab. zvg

Das Interventionskonzept, das der Kanton Uri mit der SBB ausgearbeitet hat, sieht vor, dass Uri für die Sicherheit im Nordteil des Gotthard-Basistunnels zuständig ist, auch für jenen Abschnitt, der im Kanton Graubünden liegt.

«Die Herausforderung ist, dass wir innerhalb von 15 Minuten mit 15 Mann auf dem Lösch- und Rettungszug in den Tunnel einfahren können», erklärt Benno Bühlmann, Kommandant der Chemiewehr Uri. Seine Leute werden als kantonale Einsatztruppe einen Teil dieses Personals stellen, der andere wird von der Betriebswehr der SBB gestellt.

Je nachdem, wie gross der Einsatz ist, würden in einer zweiten Phase die Feuerwehren von Silenen, Erstfeld und Stans aufgeboten. Als Reserve funktioniere die Feuerwehr Altdorf, sagt Bühlmann weiter. Gleichzeitig soll auch der Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri ausgebaut werden.

Chemiewehr Uri wird aufgestockt

Um diesen Mehraufwand leisten zu können, wird die Chemiewehr Uri um rund 20 Personen auf 70 Einsatzkräfte aufgestockt. Die jährlichen Kosten von insgesamt 1,1 Millionen Franken für dieses Dispositiv übernimmt die SBB. Die Bahn kommt auch für Infrastrukturkosten und die Ausbildung des Personals auf.

Da für diese Vereinbarungen mit der SBB auch gesetzliche Anpassungen nötig sind, kommt das Interventionskonzept für den Gotthard-Basistunnel am 18. Juni vor den Urner Landrat. Die Ausbildung der Einsatzkräfte beginnt allerdings schon im Mai, einen Monat früher. «Die Tunnelausbildungszentren geben fixe Termine vor. Wenn wir zuwarten, können wir nicht rechtzeitig genügend Leute für den Einsatz im Tunnel ausbilden», rechtfertigt Chemiewehr-Kommandant Bühlmann das Vorpreschen.