Verkehrte Welt in Nottwil

Kantone und Gemeinden lagern Aufgaben aus, um Kosten zu sparen. In der Luzerner Gemeinde Nottwil ist es für einmal umgekehrt: Alle angefragten Firmen sind zu teuer. Deshalb baut die Gemeinde die geplante Heizanlage kurzerhand selbst.

Ein Mann schaut in einen Holzschnitzelofen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine solche Heizung mit Holzschnitzeln soll künftig Schulhaus und Gemeindezentrum in Nottwil wärmen. Keystone

Die Heizung der Schule und des Gemeindezentrums haben ihren Zenit überschritten. Beim Urnengang diesen Sommer waren sich Gemeinderat und Bevölkerung einig, dass eine neue Heizung gebaut werden soll. Eine Heizung mit Holzschnitzeln soll es sein, gebaut und betrieben von einer externen Firma. Das schont die Umwelt und das Portemonnaie der Gemeinde.

Externe Firmen alle zu teuer

Für die Gemeinde Nottwil kam dann das böse Erwachen: Alle Offerten der externen Firmen überschritten den vorgegebenen Preis massiv. Schuld seien die hohen Zinsen auf dem eingesetzten Kapital – und wohl auch eine zu grosszügige Berechnung, meint Gemeindepräsident Walter Steffen.

«  Wir kamen zum Schluss: Das können wir selber genauso gut wie eine externe Firma. »

Walter Steffen
Gemeindepräsident Nottwil

Jetzt will die Gemeinde die Sache selber in die Hand nehmen. So könne man den ursprünglich festgelegten Preis einhalten, sagt Steffen. Ob Nottwil die Heizung dann auch selber betreibt oder diese auslagert, ist zur Zeit noch offen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.