Vor den Wahlen gewählt

Im Kanton Uri werden für die Parlamentswahlen vom 28. Februar gegen 150 Kandidaturen erwartet. In Isenthal hingegen ist das Rennen bereits gelaufen: CVP-Landrat Bernhard Walker wurde im November von der Gemeindeversammlung gewählt. Die Gemeindeordnung macht diese besondere Wahlform möglich.

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Bildlegende: Bernhard Walker will kleinen Gemeinden wie Isenthal eine Stimme im Parlament geben. SRF

Die Urner Gemeinde Isenthal hat ihren einzigen Landratssitz bereits Ende November, drei Monate vor den kantonalen Wahlen vom 28. Februar, vergeben. CVP-Landrat Bernhard Walker wurde an der Gemeindeversammlung im offenen Handmehr einstimmig wiedergewählt. «Es macht den Anschein, dass wir kommunistische Verhältnisse haben, wenn man das Wahlresultat anschaut», lacht Bernhard Walker, der für eine dritte Amtszeit klar bestätigt wurde.

Isenthal der Zeit voraus

Dass Isenthal nicht am Wahltag an der Urne, sondern an der Gemeindeversammlung seinen Landrat wählt, ist eine alte Tradition. «Wir wollten vor ein paar Jahren die Gemeindeordnung ändern, das Dorf will aber diese Form beibehalten», sagt Bernhard Walker, der auch seit über 30 Jahren als Gemeindeschreiber von Isenthal waltet. Wahlkampf kenne er nicht. «Es käme mir nicht in den Sinn, Flyer zu drucken oder finanzielle Aufwendungen für eine Wiederwahl zu tätigen», sagt Walker. Im 500-Seelendorf kenne man ihn und wisse, auf was man sich bei seiner Wahl einlasse. Während Bernhard Walker die Wahl bereits hinter sich hat, läuft für die anderen Kandidatinnen und Kandidaten der Wahlkampf für den 28. Februar erst richtig an.

Begehrte Landratssitze

Für die 64 Sitze im Landrat sind rund 150 Kandidaturen zu erwarten. Die CVP (23 Sitze) dürfte stärkste Fraktion bleiben. Auf sie folgen FDP (16), SVP (14) und SP/Grüne (11). Das Urner Wahlsystem, bei dem die zwölf kleineren Gemeinden im Majorz- und die acht grösseren Gemeinden im Proporzverfahren wählen, macht Prognosen schwierig. Verliererin bei den letzten Wahlen war die SVP, die vier Mandate einbüsste.

Zehn Bewerbungen für sieben Regierungsratssitze

Am 28. Februar finden nicht nur Parlaments-, sondern auch Regierungsratswahlen statt. In der siebenköpfigen Regierung werden gleich drei Sitze frei, darunter der einzige SP-Regierungssitz in der Zentralschweiz. FDP-Regierungsrat Josef Dittli tritt zurück, weil er in den Ständerat gewählt worden ist. Ferner verzichten Beat Arnold (SVP), der neu im Nationalrat politisiert, und der langjährige Regierungsrat Markus Züst (SP) auf eine erneute Kandidatur.

Bislang stiegen zehn Kandidaten ins Rennen. Die FDP nominierte neben der Bisherigen Barbara Bär mit Landrat Toni Epp und dem Altdorfer Gemeinderat Urs Janett zwei neue Kandidaten. Die CVP tritt mit ihrem bisherigen Trio Heidi Z'graggen, Beat Jörg und Urban Camenzind an. Die SVP strebt mit einem Zweierticket (Alois Arnold und Petra Simmen, beide neu) einen zweiten Sitz an, und die SP will mit Neuling Dimitri Moretti ihren Sitz verteidigen.

Wilde Kandidatur

Das Kandidatenfeld mischt zudem der Andermatter Gemeindepräsident Roger Nager (FDP) als wilder Kandidat auf. Er unterlag in der parteiinternen Ausmarchung und ist der einzige aus der Tourismusregion Urserntal.