Neue Parteipräsidentin der SVP «Wir wollen zur wählerstärksten Partei im Kanton Luzern werden»

Mit einem deutlichen Resultat vom 109 zu 56 Stimmen wurde Angela Lüthold zur neuen Präsidentin gewählt. Sie konnte sich gegen Oliver Imfeld aus Horw durchsetzen. Angela Lüthold spricht im Interview über die Ziele, die sie mit der SVP des Kantons Luzern erreichen will.

Angela Lüthold, Präsidentin der SVP Kanton Luzern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Vielleicht war es für mich auch von Vorteil, dass ich eine Vertreterin vom Land bin», sagt Angela Lüthold. SRF/Christian Oechslin

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Zur Person

Angela Lüthold ist 59-jährig und wohnt in Nottwil. Sie ist Inhaberin eines Baugeschäfts und politisiert für die SVP im Luzerner Kantonsparlament. Angela Lüthold ist verheiratet und hat drei Kinder. Als Hobbys gibt sie singen, musizieren und lesen an.

SRF News: Angela Lüthold, Ihre Wahl gestern war vom Resultat her eindeutig. Was hat aus Ihrer Sicht den Ausschlag gegeben?

Angela Lüthold: Wir waren beide zwei valable und gute Kandidaten. Den Ausschlag hat vielleicht gegeben, dass ich bereits länger in der Politik bin und dadurch auch einen grossen Rucksack habe. Und vielleicht war es für mich auch von Vorteil, dass ich eine Vertreterin vom Land bin. Aber ich bin keine Hellseherin. Das alles ist natürlich nur Theorie.

Sie gelten als zurückhaltende Politikerin, auch im Luzerner Kantonsparlament. Wie wollen Sie eine Partei nach aussen vertreten, die ja auch dafür bekannt ist, teilweise forsch aufzutreten?

Ich weiss nicht, ob man als Parteipräsidentin zwingend forsch auftreten muss. Ich glaube, man muss sachbezogen auftreten. Wenn gesagt wird, dass ich zurückhaltend bin, dann ist das nur eine Seite. Ich kann auch anders, wenn es sein muss. Im richtigen Moment am richtigen Ort kann ich mich sicher pointiert äussern.

Das Amt ist ja auch mit viel zeitlichen Aufwand verbunden. Sie sind Inhaberin eines Unternehmens. Trauen Sie sich diese Belastung zu?

Ich habe mir das sehr gut überlegt. Der Zeitfaktor war natürlich auch ein Kriterium. Aber ich habe quasi drei Familien: die eigene Familie, die Firma und die Politik. Und die Politik ist für mich fast ein bisschen wie ein Virus. Ich mache schon lange Politik und sie lässt mich halt einfach nicht los.

Welche Schwerpunkte wollen Sie an der Spitze der SVP setzen?

Wir wollen auf die nächsten Wahlen hinarbeiten. Da wollen wir in den Exekutiven in den Gemeinden zulegen können. Für das brauchen wir eine noch engere Zusammenarbeit mit den Ortsparteien. Und dort müssen wir noch besser mobilisieren.

Das waren jetzt die parteiinternen Ziele. Wo wollen Sie den Hebel in der Politik des Kantons Luzern ansetzen?

Im Moment brennt es ganz klar bei den kantonalen Finanzen. Da haben wir die Abstimmung zur Steuererhöhung gewonnen. Hier hat sich die SVP gegen alle anderen Parteien durchgesetzt. Mein Bestreben ist es, dass man den Stimmbürger und den Wähler ernst nimmt. Der Sparauftrag, den das Volk der Regierung mit auf den Weg gegeben hat ist klar: Jetzt muss auch ernsthaft über Leistungskürzungen diskutiert werden.

Wenn man die kantonalen Wahlen zum Massstab nimmt, ist die SVP aktuell die zweitstärkste Kraft. Im Jahr 2019 sind die nächsten Kantonsratswahlen. Welches Ziel haben Sie sich da gesteckt?

Das Ziel wäre, dass wir unseren Wähleranteil halten oder ausbauen können. Unser längerfristiges Ziel ist ganz klar, zur wählerstärksten Partei zu werden.

Also dass die SVP die CVP überholt.

Wenn wir beim Wähleranteil zulegen können, ist es klar, dass man eine andere Partei überholt. Das ist so.

Das Gespräch führte Christian Oechslin. Das ganze Interview ist im Audio zu hören.