Singen für Liebende Zuger Chrööpfelimee wird der Zeit angepasst

Für den traditionellen Zuger Chrööpfelimee-Brauch hatten sich zu wenig heiratswillige Paare gemeldet. Die organisierende Zunft hat deshalb kurzerhand die Rahmenbedingungen geändert und sichert dem jahrhundertealten Chrööpfelimee-Singen damit die Zukunft.

Eine Gesangsgruppe singt vor einem Haus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zwölf verschiedene Gesangs-Gruppen singen für Krapfen (Chrööpfeli) und Wein. Keystone (Chrööpfelimee 2016)

Zusatzinhalt überspringen

Chrööpfelimee-Brauch

Sängergruppen besuchen am Sonntag nach dem Aschermittwoch Paare und bringen ihnen vor dem Haus ein Ständchen. Belohnt werden sie seit jeher mit Krapfen und Wein. Das gab dem Brauch den Namen «Chrööpfelimee» (mehr Krapfen). Das Chrööpfelimee wird in der Stadt Zug seit Mitte des 19. Jahrhunderts gepflegt.

Das Chrööpfelimee-Singen richtet sich an Paare, die frisch verheiratet sind oder im laufenden Jahr heiraten wollen. Nur: Es hatten sich zu wenig Paare gemeldet, die von den Gesangsruppen gefeiert werden wollen.

«Viele Zugwanderte kennen den alten Brauch nicht und zudem braucht es auch Courage sich anzumelden», sagt Roland Staerkle. Er ist Obmann der organisierenden Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug. Es sei nicht einfach, einen so alten Brauch am Leben zu erhalten, deshalb seien Anpassungen sinnvoll, sagt Staerkle.

Brauch wird offener

Die Zunft habe die Vorgaben der Zeit angepasst. Neu können sich auch Paare melden, die verliebt oder frisch zusammengezogen sind, Geschiedene, die ein zweites Mal heiraten oder auch Paare, die ein Jubiläum feiern.

«Heuer haben wir sogar ein Paar, das mit dem Chrööpfelimee seinen 50. Hochzeitstag feiert», freut sich der Zunftobmann: «Der Brauch stirbt nicht», sagt Staerkle, «wir müssen einfach flexibel sein.» Es hätten sich schliesslich für das Chrööpfelimee-Singen 2017 insgesamt zwölf Paare gemeldet. Der Brauch findet am Sonntag zwischen 17.30 Uhr und 23 Uhr vor allem in der Altstadt von Zug statt.