Zuger Kantonsrat will kein Kruzifix im Obergerichtssaal

Im Saal des Zuger Obergerichtes wird kein Kreuz und auch kein Kruzifix aufgehängt. Der Kantonsrat hat am Donnerstag beschlossen, keine entsprechende Empfehlung an das Obergericht abzugeben. Die SVP hatte ein religiöses Symbol verlangt, um die hiesige Kultur zu stärken.

Kantonsratssaal mit einem hölzernen Kruzifix. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Zuger Kantonsratssaal darf das Kruzifix hängen bleiben. Keystone

SVP-Kantonsrat Philipp Brunner begründete sein Postulat mit dem Argument, man müsse wissen, wo die Wurzeln seien. Sein Parteikollege Manuel Brandenberg argumentierte mit gestalterischen Gründen. Der Saal des Obergerichtes sei zwar modern und funktional, aber «ihm fehlt der Geist». Ein Kreuz oder gar ein Kruzifix würden dem leeren Raum gut tun.

Bei einer Mehrheit des Zuger Kantonsrates löste das Anliegen jedoch Stirnrunzeln aus. Nur einige Vertreter von CVP und FDP teilten das Anliegen. Hanni Schriber von der Fraktion Alternative/die Grünen meinte, die Kreuze sollten tendenziell eher abgehängt statt aufgehängt werden. Auch der Regierungsrat will in Verwaltungsgebäuden keine neuen Kreuze aufhängen, bisherige dürfen aber bleiben.

Die ganze Kruzifix-Debatte fand unter einem grossen Kruzifix statt. Im Kantonsratssaal wacht nämlich ein hölzernes Kreuz über das Geschehen im Saal. Ebenso im Verwaltungsgericht, dort hängt eine bronzene Christusfigur.