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Zweifelhafte Entsorgungsaktion Strafuntersuchung gegen Schwyzer Regierungsrat

  • Gegen den Schwyzer CVP-Baudirektor Othmar Reichmuth läuft eine Strafuntersuchung.
  • Ihm wird vorgeworfen, möglicherweise belastetes Material illegal deponiert zu haben.
  • 6000 Kubikmeter Seegrund wurden anstatt auf der Deponie im Vierwaldstättersee versenkt.

Im Zentrum des Strafverfahrens steht die Frage, wer die Verantwortung trägt für die Beseitigung des Materials.

Es laufe eine Untersuchung gegen ihn und einen ehemaligen Mitarbeiter, ob in der Sache ein Straftatbestand vorliege, sagte Reichmuth auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte eine Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung».

Othmar Reichmuth CVP-Regierungsrat vom Kt. Schwyz.
Legende: Ist der CVP-Regierungsrat Othmar Reichmuth für die zweifelhafte Entsorgung verantwortlich? Keystone

Laut der NZZ geht es um Verstösse gegen das Umweltschutz-, das Gewässerschutz-, das Planungs- und Baugesetz sowie um Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung im Amt.

Baggern für die Schiffsfahrt

Der Vorfall geht auf das Jahr 2014 zurück. Damals soll der Kanton Schwyz beim Föhnhafen in Brunnen im Vierwaldstättersee zugunsten der Schifffahrt 6000 Kubikmeter Seegrund ausgebaggert und an tieferer Stelle deponiert haben. Weil das Material belastet war, hätte es möglicherweise auf eine Deponie gehört.

2017 wurde publik, dass die Schwyzer Oberstaatsanwaltschaft ermittle, wer für den Fall zuständig ist. Mittlerweile liegt das Dossier bei der Staatsanwaltschaft Innerschwyz. Für die involvierten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Mit Schadstoffen belastet

Der Zeitung zufolge war der Seegrund beim Föhnhafen auf Bitte der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee ausgebaggert worden. Diese legt mit ihren Schiffen bei Föhnstürmen jeweils an der geschützten Stelle an. Die SGV habe eine ungenügende Fahrrinnentiefe und das Aufwirbeln von Sedimenten als Gefahr für ihre Raddampfer moniert.

Insgesamt seien rund 6000 Kubikmeter Seegrund ausgebaggert und jenseits der Hafenkante in tiefere Teile des Sees gekippt worden. Gemäss vorgängigen Proben sei der Untergrund teils mit Schadstoffen über einzelnen Grenz- und Toleranzwerten belastet gewesen.

Laut dem Medienbericht kostete die Umlagerung im See rund 58'000 Franken. Aushub und Entsorgung hingegen waren vorgängig auf rund eine Million Franken geschätzt worden.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von André Nedwed (A.Nedwed)
    Hier wird wieder ein Mal aus einer Mücke, ein Elefant gemacht. Wäre der Baudirektor parteilos, würde das kein "S.." interessieren! Warum muss man in einem Bericht eine Parteizugehörigkeit erwähnen?? Weil es dadurch politisch wird und entsprechende Schlagzeilen generiert! So wird die heutige Gesellschaft durch die Medien manipuliert !! In einem ähnlichen Betrugs-Fall (mir passiert) hat es die zugehörige Staatsanwaltschaft nicht im geringsten interessiert weil die Person keine "Nummer" war.
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  • Kommentar von Peter König (Vignareale)
    Es darf doch Dich nicht verlangt werden dass Seegrund auf eine Oberirdische Deponie gebracht werden muss. Dieses Material gehört zurück in den See Alles Andere ist Verhältnisblödsinn
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    1. Antwort von Erwin Marthaler (erma)
      Dies darf sehr wohl verlangt werden. Der Seegrund wurde schliesslich durch die Schifffahrt verschmutzt (z.B. schwermetallhaltige Lackierungen). Diese Verschmutzung gefährdet die Wasserqualität im Vierwaldstättersee und gehört daher fachgerecht entsorgt
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  • Kommentar von Paul Grossenbacher (Grossenbacher)
    Es bleibt zu überprüfen wie schlimm diese Übertretung gewesen ist. Im Vergleich mit dem mit Blei verschmutzten Humus entlang der Autobahnen, welcher ebenfalls innerhalb des Perimeters der Autobahn umgelagert wurde, kann da wohl von einer wesentlich geringeren Menge ausgegangen werden. Herr Reichmuth ist somit lange nicht der einzige, welcher eine solche "Umlagerungspraxis" anwendet.
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    1. Antwort von Erwin Marthaler (erma)
      Bei Autobahnen macht die Umlagerung durchaus Sinn, denn auch heute entstehen weiterhin Bodenbelastungen entlang Autobahnen. Zwar ist Blei mittlerweile kein Problem mehr, aber durch Reifenabrieb etc. wird der Boden immer noch belastet. Daher darf der belastete Boden an diesen Orten belassen werden. Im See wurde hingegen belastetes Material an unbelastete Standorte umgelagert und die Verschmutzung somit vergrössert. Das geht nicht!
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    2. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      @Grossenbacher: Weil er nicht der Einzige ist, gelten die Gesetze nicht! Na das ist ja mal ein Argument...
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