240 Millionen Franken für Zürcher Kongresshaus und Tonhalle

Umbau und Reorganisation des Zürcher Kongresshauses und der Tonhalle sollen 240 Millionen Franken kosten. Der Kredit kommt voraussichtlich im Juni nächsten Jahres in der Stadt Zürich zur Abstimmung.

Bunte Zeichnung einer Terrasse mit Tischen, Menschen und im HiGru Zürichsee und Voralpen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Luftig, mit Aussicht auf Berge und See: das neue Kongresshaus-Restaurant. ZVG

Instandsetzung und Umbau von Kongresshaus und Tonhalle sollen 165 Millionen Franken kosten. Bislang war von 140 Millionen die Rede gewesen. Nötig sind vor allem Arbeiten an der Gebäudehülle, der Gebäudetechnik und der Tragstruktur. Auch die Erdbebensicherheit, der Brandschutz und die Fluchtwege entsprechen längst nicht mehr den heutigen Standards.

Der Umbau soll das Gebäude-Ensemble aber auch lichter und moderner machen. So wird der Panoramasaal im Obergeschoss abgebrochen. Auf der frei werdenden Fläche ist ein öffentliches Restaurant mit Terrasse geplant. Es bietet Aussicht auf Berge und See. Im sanierten Kongresshaus sind künftig Anlässe für bis zu 2500 Teilnehmende möglich, dies dank neuen technischen Möglichkeiten für Live-Übertragungen in mehrere Versammlungssäle.

Stiftung wird neu organisiert

Weitere 73 Millionen werden für die Entschuldung und die Reorganisation der heutigen Trägerschaft aufgewendet. Die Stadt Zürich verzichtet auf die Rückzahlung alter Sanierungsdarlehen, die sie der Stiftung zwischen 1968 und 2002 gewährt hatte. Die Stadt tilgt auch die aufgelaufenen 16 Millionen Franken Bankschulden der Stiftung. Die so entschuldete privatrechtliche Trägerschaft kann dann in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt werden.

«  Wir nützen die Sünden und den Reformbedarf der Vergangenheit, um sauberen Tisch zu machen. »

Corine Mauch
Zürcher Stadtpräsidentin

Im Gegenzug zu all diesen Leistungen soll die Stadt den – überaus wertvollen – Boden erhalten, auf dem die Gebäudegruppe steht. Damit die denkmalgeschützten Gebäude auch in Zukunft gut erhalten bleiben und der Betrieb gesichert werden kann, will die Stadt das Kongresshaus und die Tonhalle mit einem jährlichen Beitrag von 5,4 Millionen Franken unterstützen.

Dreijährige Umbauzeit

Während der Umbauphase tritt das Tonhalle-Orchester im Saal des Zürcher Maag-Areals auf. Für den Betrieb dieses Provisoriums leistet die Stadt einen einmaligen Beitrag in der Höhe von 1,65 Millionen Franken.

Sagen Gemeinderat und Stimmvolk Ja zu all diesen Plänen, soll der Umbau 2017 beginnen. Kongresshaus und Tonhalle wären dann im August 2020 wieder betriebsbereit. Einen anderen Weg als diesen gebe es nicht mehr, sagte Ex-Finanzvorstand und Tonhalle-Präsident Martin Vollenwyder gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«  Es gibt keinen anderen Weg mehr. »

Martin Vollenwyder
Präsident Zürcher Tonhalle-Gesellschaft

Das alte Kongresshaus wird erneuert, weil sämtliche Pläne für ein neues Zürcher Kongresszentrum gescheitert sind. 2001 kam das Thema erstmals zur Sprache, 2008 schickte das Stadtzürcher Stimmvolk das Projekt für einen Kongresshaus-Neubau bachab. Die darauf folgende jahrelange Suche nach einem anderen Standort wurde schliesslich abgebrochen.