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Zürich Schaffhausen Affäre Mörgeli: Freispruch für Iris Ritzmann

Das Bezirksgericht Zürich ist der Ansicht, dass die ehemalige Mitarbeiterin des medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich das Amtsgeheimnis nicht verletzt hat. Die Einzelrichterin hat Iris Ritzmann deshalb frei gesprochen.

Iris Ritzmann
Legende: Die Beweise gegen Iris Ritzmann lösten sich vor Gericht quasi in Luft auf. Keystone

Iris Ritzmann wurde beschuldigt, den Medien vertrauliche Berichte über Christoph Mörgelis Arbeit als Museums-Kurator zugespielt zu haben. Sämtliche Belege, die der Staatsanwalt vorlegte, wurden beim Prozess Ende November jedoch als nicht zulässig eingestuft. Für eine Verurteilung wegen Amtsgeheimnisverletzung fehlten dem Gericht deshalb die zulässigen Beweise.

Als Beweis hätten die Telefon- und Mail-Daten dienen sollen, die der Staatsanwalt bei der Universität Zürich eingesammelt hatte. Weil er aber verpasste, dafür eine Genehmigung des Zwangsmassnahmengerichts einzuholen, waren die Beweise nicht gültig.

Doch auch wenn der Staatsanwalt diese Genehmigung vorgelegt hätte: Zugelassen worden wären die Telefon- und E-Mail Daten auch dann nicht. Grund dafür ist ein wegweisendes Bundesgerichtsurteil zum Thema Quellenschutz von August 2014, das sich mit Christoph Blocher und der «Affäre Hildebrand» befasste.

Weiterzug ans Obergericht

Für den Staatsanwalt ist es eine herbe Schlappe. Er werde den Fall ans Obergericht weiterziehen, sagte er nach der Urteilseröffnung. Es gehe um grundsätzliche Fragen für die künftige Rechtssprechung.

Iris Ritzmann zeigte sich über den Freispruch erleichtert. Dem Weiterzug blicke sie inhaltlich gelassen entgegen. Sorgen bereitet ihr aber die finanzielle Situation, denn so lange das Urteil nicht rechtskräftig ist, erhält sie weder Genugtuung noch Prozessentschädigung. «Unser Erspartes ist praktisch aufgebraucht,» so Ritzmann.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Ich hoffe, die Zrcher sind nicht so doof und wählen diesen Titelprofessor nochmals in den Nationalrat.
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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Es ist ja eigentlich traurig. Kaum verhängt eine Richterin ein Urteil gegen einen SVP-ler, schon schreien 25 % des Volkes «Zeter & Mordio». Ungerecht sei das, rein politisch & gegen die geliebten SVP-Helden! Leider vergessen diese Leute, dass nach wie vor die CH ein Rechtsstaat ist & dieser als solcher mit allen Mitteln verteidigt werden muss. Es kann nicht sein, dass eine SVP sich das Recht heraus nimmt, die Unabhängigkeit von Gerichten anzuzweifeln. Dies ist brandgefährlich & destruktiv.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Kurt Vollmer die Schweiz ist ein Rechtsstaat solange es um Verurteilungen der SVP geht. Möchte gerne wissen, wie viele Personen welche vielleicht auch nicht immer rechtens handeln, von andern Parteien schon verurteilt wurden. Irgendwie ist es zwischenzeitlich wirklich fragwürdig, ob dieser Rechtsstaat noch neutral ist, sorry. Nochmals unbefangene Richter ohne Parteiabhängigkeit, würden vielleicht eher neutral sich verhalten. Mein Vertrauen ist wirklich etwas gesunken, nach dieser Geschichte.
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  • Kommentar von Carl Heebeisen, Bronschhofen
    Mörgeli ist der Till Eulenspiegel der rechtsnationalen Politszene. So gesehen ist er eine Bereicherung im grauen, von Lobbyisten geprägten Bundesbern.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Die Frage ist, wie lange der Herrliberger noch gewillt ist, einen solchen Eulenspiegel zu halten.
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    2. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      C. Heebeisen man muss Mörgeli nicht mögen, aber man sollte doch eher sich auf das Vorgehen einer Geschichte konzentrieren finde ich. Das es SVP Mitglieder, in der Politik und in gewissen Urteilen schwerer haben, weil das schlechtmachen dieser Partei schon lange Medial gesteuert wird.. Es war ja nicht nur Iris Ritzmann, es waren mehrere Personen involviert. Aber alle schweigen, oder einzelne tauchen bei heiklen Situationen unter. Dies macht leider nicht unbedingt vertrauenswürdiger.
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