Agroscope plant neuen Versuch mit Gentech-Kartoffeln

Die Proteste waren gross, als die Forschungsanstalt Agroscope anfangs 2008 in Zürich-Affoltern gentechnisch veränderten Weizen anpflanzte. Nun plant Agroscope einen weiteren Versuch: Mit Gentech-Kartoffeln, die gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent sein sollen.

Kartoffelernte in der Schweiz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Schweiz dürfen gentechnisch veränderte Pflanzen nur zu Versuchszwecken angebaut werden. Keystone

Die Kraut- und Knollenfäule ist eine der häufigsten Pflanzenkrankheiten in der Schweiz. Bis 2017 dürfen jedoch in der Schweiz keine gentechnisch veränderten Lebensmittel angebaut werden - ausser für Forschungszwecke. «Agroscope hat die Aufgabe, der Schweizer Landwirtschaft das Potential der Gentechnologie für die Zukunft aufzuzeigen», erklärt Michael Winzeler von Agroscope.

Mit Wildkartoffeln-Gen gegen Krankheiten

Der erste Versuch mit gentechnisch verändertem Weizen wurde 2008 jedoch massiv gestört, Vandalen verwüsteten das Gelände im Reckenholz bei Zürich-Affoltern. Seither wurde das Gelände besser geschützt. Seit März 2014 läuft bereits ein weiterer Versuch mit Weizen.

Im März 2015 will Agroscope den Versuch mit den gentechnisch veränderten Kartoffeln aus Holland starten. Forschende der Universität Wageningen haben mit gentechnischen Methoden Gene aus Wildkartoffeln, die eine Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule verleihen, in zwei Kartoffelsorten übertragen. Agroscope will abklären, ob die Resistenz im Feld unter Schweizer Bedingungen wirkt.

Greenpeace kündet Widerstand an

Die Umweltorganisation Greenpeace hat bereits angekündigt, dass sie vermutlich Beschwerde einreichen werde. Greenpeace wehrt sich grundsätzlich gegen Gentech-Versuche. Die Konsumenten in der Schweiz, argumentiert Greenpeace unter anderem, wünschen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Deshalb soll dafür auch kein Geld ausgegeben werden.