Aida ohne Pomp: Die Premiere im Zürcher Opernhaus polarisiert

Keine Palmen, keine Pyramide, keine Pharaonen – die Inszenierung der Aida im Opernhaus Zürich kommt ohne den üblichen Pomp aus. Das Premierepublikum lieferte sich nach der Aufführung eine laute Bravo-Buh-Schlacht.

Radamés und Aida in heutiger Kleidung liegen auf einem Sofa. Auf dem Couchtisch davor stehen Schnapsflaschen, die ganze Bühne ist mit Gipstrümmern übersäht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Ende bleiben Trümmer: Aleksandrs Antonenko und Latonia Moore als Radamès und Aida im Schlussbild der Inszenierung. ZVG/Monika Rittershaus

Ein Holzboden, der über einem grossen schwarzen Loch liegt, darauf ein paar breite Sofas, ein Fernseher und ein Couchtisch mit Schnapsflaschen darauf. In diesem Bühnenbild von Klaus Grünberg entfaltet sich die Aida-Inszenierung der Regisseurin Tatjana Gürbaca.

Sie lässt Aida als Dienstmädchen auftreten und Ramadès als moderner Mann von heute, der schwer verliebt ist und von Heldentaten träumt, die ihn am Ende nur in Alpträume führen. Der Dirigent Fabio Luisi holt dazu aus dem Orchester Töne heraus, die man bei Aida so noch nie gehört hat. Und auch Luisi verzichtet auf Lärm und Pomp.

Die Oper von Giuseppe Verdi in der Version des Zürcher Opernhauses räumt mit den Klischees auf, die man aus den üblichen Freiluft- und Grossinszenierungen kennt. Diese ganz andere Aida provozierte bei der einen Hälfte des Publikums laute Buhrufe, bei der anderen ebenso laute Bravos.