Alles wieder beim Alten im Altersheim

Nach all den Reformen soll wieder Ruhe einkehren in den Winterthurer Alterszentren. Seit zwei Monaten ist die jüngste Re-Organisation abgeschlossen. Und die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz.

Ein Gruppe von älteren Leuten sitzt um einen weissen Tisch. Sie essen eine Suppe, der Mann im Vordergrund führt gerade einen Löffel zum Mund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wenn den Bewohnern das Essen nicht schmeckt, haben sie in Winterthur wieder eine Anlaufstelle, um dies zu melden. Keystone

Der auffälligste Punkt in der neuesten Re-Organisation der fünf Alters- und Pflegezentren ist eine Rückkehr zum alten System: Seit Mai hat wieder jedes Haus eine eigene Leiterin. Zuvor wurden alle fünf Zentren von einer zentralen Stelle geleitet.

Das habe sich aber als wenig praktikabel erwiesen, erläutert Matthias Fuhrer, Leiter der Alterszentrum-Betriebe: «Wenn ein Bewohner sich über das Essen beschweren wollte oder ein Angehöriger Auskunft verlangte, war unklar, wer verantwortlich war.» Die neue Leitung schliesst dieses Führungsvakuum wieder.

Gewisse Bereich bleiben zentralisiert

Andere Punkte der 2005 eingeleiteten Reform wurden derweil beibehalten. So exsistiert weiterhin eine zentrale Stelle, die sich um die Informatik, das Rechnungswesen oder die Administration kümmert.

Weiter sollen die neuen Leiterinnen auch nicht - wie es früher tendenziell der Fall war - ihre Zentren völlig auf eigene Faust führen. Die Zusammenarbeit zwischen den Altersheimen soll eng bleiben, so helfen sie sich beispielsweise mit Personal aus, wenn an einem Ort ein Engpass besteht. Und sie erfüllen gemeinsame Vorgaben.

Personal nicht überlasten

Diese Vorgaben stammen aus der Feder von Nicolas Galladé, dem zuständigen Stadtrat. Rücksicht nehmen muss er dabei vor allem auf die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt Winterthur. «Das strategische Ziel war es, uns den Normkosten von anderen Betrieben zu nähern. Keine einfache Aufgabe unter den aktuellen Bedingungen.» Man müsse mit weniger Leuten die gleichen Leistungen erbringen. Um das zu ermöglichen, wurde etwa ein dynamischer Stellenplan geschaffen.

Zu sehr dürfe man das Personal jedoch nicht strapazieren. Die vielen Umstellungen in den letzten Jahren habe bereits viel von ihnen gefordert, so Matthias Fuhrer: «Es war nicht einfach für die Angestellten. Aber: Viele haben mir gesagt, sie seien froh, dass jetzt wieder eine Leitung in jedem Haus ist, die entscheidet.» Auch bei den Mitarbeitenden kommt diese Rückkehr zum alten Modell also offenbar gut an.