Bald wieder freie Fahrt in Zürich

Bellevue, Albisriederplatz, Rosengarten: Wegen dieser drei Baustellen kam der Verkehr in Zürich während der Sommermonate ins Stocken. Viele Geschäfte an den neuralgischen Stellen beklagen zudem Umsatzeinbussen und ersuchen die Stadt um Schadenersatz. Diese Haltung ist unter den Gwerblern umstritten.

Ein Bauarbeiter auf dem Zürcher Albisriederplatz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sie haben fertig: Die Bauarbeiter am Albisriederplatz können die Baustelle sogar 14 Tage früher freigeben als geplant. Keystone

Zusammen mit den Zürcher Sommerferien sind auch die Grossbaustellen in der Stadt bald Geschichte: Ob Bellevue, Albisriederplatz oder Rosengarten: Die Arbeiten sind auf Kurs, der Verkehr sollte ab dem Wochenende vom 15./16. August wieder weitgehend normal rollen.«Wir sind absolut im Zeitplan», bestätigt Stefan Hack vom Zürcher Tiefbauamt.

Das Leiden des Gewerbes

Während Autofahrer und ÖV-Benutzer aufatmen, beklagen viele Gewerbebetriebe rund um die Baustellen massive Umsatzeinbussen: Die Rede ist von 30, 40 Prozent oder noch mehr. Einzelne Gewerbetreibende fragen deshalb ihre Vermieter nach einer Mietzinssenkung und fordern von der Stadt Zürich Schadenersatz.

«Die Stadt baut nicht zum Vergnügen»

Ganz aussichtslos sind solche Gesuche offenbar nicht: «Die Stadt prüft in jedem Einzelfall, ob eine Schadenersatzforderung geltend gemacht werden kann», sagt Stefan Hack. Er gibt allerdings zu bedenken, dass die Stadt ja nicht zu ihrem Vergnügen baue, sondern um den Bewohnern und auch dem Gewerbe eine gute Infrastruktur zu bieten.

Die Frage nach Schadenersatz ist beim Gewerbe selbst offenbar umstritten. Jürg Hiltmann, Präsident des Gewerbevereins Albisrieden, glaubt: Schadenersatzforderungen sind der falsche Ansatz. «Dann bezahlt es wieder der Steuerzahler.»