«Big Brother is watching you» im Hauptbahnhof Zürich

Sie sehen alles, die beiden Sicherheitsleute in der Überwachungszentrale des Hauptbahnhofs Zürich:
Das verdrehte Liebespaar bei den Gleisen, die ausgelaufene Cola-Dose im ShopVille oder den Penner in der Europa-Allee.
Über 90 Kameras sind an 365 Tagen rund um die Uhr im Einsatz.

Stephan Huwyler in der Überwachungszentrale Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stephan Huwyler ist seit bald 20 Jahren für die Sicherheit im HB zuständig. srf

Das Telefon klingelt ununterbrochen, auf diversen Bildschirmen eilen Menschen durch die grosse Halle des Hauptbahnhofs und zwei Sicherheitsleute haben alle Hände voll zu tun. Die Überwachungszentrale des Zürcher Hauptbahnhofs ist 24 Stunden am Tag während 365 Tagen im Jahr besetzt. Hier kommen alle Alarme rein, alle Wünsche, Bitten und Sorgen der Mieter des Hauptbahnhofs Zürich, aber aus Luzern, Winterthur und St. Gallen.

Im Schnitt sind es zweihundert Anrufe pro Tag, erzählt Stephan Huwyler, der für die Sicherheit im Bahnhof zuständig ist. Dabei geht es um Alltägliches, wie ein Lift, der klemmt, eine Glühbirne, die ausgewechselt werden muss oder eine Cola-Dose, die ausgeleert ist. Die beiden Sicherheitsleute nehmen die Anrufe entgegen und delgieren die Arbeit an die Putzequippen, den Hausdienst oder die Zweier-Patrouillen des Sicherheitsdienstes Securitrans weiter.

95 Augen schauen mit

Rund 95 Kameras sind im Hauptbahnhof zur Zeit installiert. Dabei kriegt man laut Huwyler so Einiges zu sehen: «In der Nacht und am Wochenende sehen wir Liebespaare, die irgendwo in einer Ecke sitzen oder liegen und keine Ahnung haben, dass sie eben aufgezeichnet werden.» Ein Problem seien auch die Leute, die den Bahnhof mit einem WC verwechseln. Da seien seine Leute innert drei Minuten vor Ort und büssen diese Personen auch.

Huwyler und sein Team haben ein oberstes Ziel: «Sauberkeit und Sicherheit - nicht nur in den Zügen sondern auch am Bahnhof.»