Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen «Carlos» muss vorläufig im Gefängnis bleiben

Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde seines Anwalts nicht eingetreten. Dieser wollte, dass «Carlos» in der Therapiemassnahme bleiben kann, bis das Obergericht über einen Rekurs gegen die Inhaftierung des Jugendlichen entschieden hat.

Die Justizia im Giebel des Bundesgerichtgebäudes in Lausanne, aufgenommen durch die Gitterstäbe eines Zauns
Legende: Das Bundesgericht hinter Gittern - gleiches gilt derzeit auch für «Carlos» Keystone

Ende August wurde «Carlos» auf offener Strasse verhaftet und von einer Therapiemassnahme in einer Wohnung in ein Gefängnis verlegt – zu seinem eigenen Schutz, wie die Jugendanwaltschaft diesen Schritt begründete.

Der Anwalt des Jugendlichen bezweifelt, dass diese Versetzung aus der Therapie in eine geschlossene Einrichtung rechtlich zulässig ist. Er hat dagegen beim Obergericht eine Beschwerde eingereicht und verlangt, dass «Carlos» in das Therapie-Setting zurückkehren kann, bis das Gericht über die Beschwerde entschieden hat.

Beim Bundesgericht abgeblitzt

Das Obergericht verweigerte der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Der Anwalt rief deshalb das Bundesgericht an. Dieses ist auf die Eingabe des Anwalts nun aber gar nicht eingetreten, weil sie nach Meinung des Gerichts ungenügend begründet war. «Carlos» bleibt damit vorläufig im Gefängnis. Ob seine Inhaftierung rechtens war oder nicht, entscheidet das Obergericht voraussichtlich nächste Woche.

Die Kosten für die Sonderbetreuung von «Carlos» hatten zuvor hohe Wellen geworfen. Publik gemacht hatte sie ein Dokumentarfilm von SRF über den Jugendanwalt, der «Carlos» betreute.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von T. Bischofberger, Brugg
    Die sollen ihn doch endlich raus lassen. Dann kann er auf den Bau arbeiten gehen und seine Muskeln stählern................................
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Ich habe irgendwo gelesen, dass der Junge Stuckaturgipser lernen möchte. Soll er doch die Lehre machen, dann macht er etwas Sinnvolles und weiss warum er am Abend müde ist. So lernt er seinen Lebensunterhalt selber zu bestreiten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Das sind Zustände! Ganz egal, wie übertrieben die Therapie auch gewesen sein mag, Tatsache ist, dass sie richterlich verordnet war und nun von einer Minute auf die andere abgebrochen wurde, weil man Angst haben musste, dass DAS RASENDE VOLK DEM CARLOS ETWAS ANTUT! Das kann doch unmöglich rechtens sein, hat doch Carlos aktuell nichts verbrochen, was die plötzliche Inhaftierung rechtfertigen würde. So hat der Mob tatsächlich eine Bestrafung erreicht und das ohne Gerichtsurteil – unfassbar!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Bernhard Meile, Schüpfen
      Wichtig ist, dass solche skandalösen (Einzel?)-Fälle ans Licht kommen, damit man sie korrigieren kann. Das von Ihnen zitierte RASENDE VOLK wollte dem Carlos nicht an die Wäsche. Diese Mutmassung dient höchstens als Feigenblatt für das rasche Zurückbuchstabieren der Behörden. Die Wut richtet sich gegen so genannte Gutachter, Jugendanwälte, die Sozial-Industrie und die gutgläubigen, blauäugigen Richter, die jeden geblitzten Autoraser härter anpacken, weil das eben jetzt gerade "trendy" ist.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von alfred tanner, biel
    Dieser Fall schreit zum Himmel! Alle Kosten, auch diejenigen des Antwaltes, den Eltern weiterverechnen. Wahrscheinlich ist "Carlos" jemand mit Migrationshintergrund, der zu schnell eingebürgert wurde. Wie wäre es mit ausbürgern und ins Herkunftsland zurück wandern lassen? Dieser Fall macht klar, dass die Schweiz mit dem Jugendstrafrecht auf dem Holzweg ist, wenn nicht eine drastische Kehrtwende stattfindet. Dies gilt auch für das Erwachsenenstrafrecht mit all den ausländischen Insassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Franziska Golliard, Reiden
      Es wurde schon mehrmals berichtet, dass sein Vater Schweizer ist. Ausbürgern und zurückschicken geht also nicht. Mit allem anderen bin ich mit Ihnen einverstanden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Fabian Müller, Zürich
      Nein, "Carlos" hat in wirklichkeit einen "gutbürgerlichen" Namen! Seine Mutter ist Brasilianerin und sein Vater Schweizer. Ob er auch den brasilianischen Pass besitzt und ob er überhaupt jemals in Brasilien war ist mir nicht bekannt. Von daher hat dieser Fall für einmal überhaupt nichts mit Einbürgerung oder Ausländer etc. zu tun! (Ausser sie wollen alle Doppelbürger ausschaffen, dann würde die Schweiz wohl danach nur noch ein paar Hundertausend Einwohner zählen. ;-) )
      Ablehnen den Kommentar ablehnen