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Zu Stosszeiten sind im Zürcher Oberland wieder mehr Busse im Einsatz
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 31.03.2020.
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Corona-Übersicht ZH und SH Unispital Zürich testet neu alle Patienten auf Covid-19

Das Wichtigste aus Zürich und Schaffhausen, nachdem der Bund die ausserordentliche Lage ausgerufen hat.

ZÜRICH, 31.03.20 – Universitätsspital Zürich will Personal und Patienten schützen: Alle stationären Patientinnen und Patienten sollen auf Covid-19 getestet werden, auch wenn diese keinerlei typische Symptome zeigen – zum Beispiel Patienten, die nach einem Unfall eingeliefert werden. Dies teilte das USZ am Dienstagvormittag an einer Medienkonferenz mit. Ziel dieser Tests sei es, eine Ansteckung der Mitarbeitenden und anderer Patienten zu verhindern. Weil sich das Ergebnis von Tag zu Tag ändern könne, müssten die Tests während eines längeren Aufenthalts zum Teil wiederholt werden, sagte der Infektiologe Hugo Sax an der Medienkonferenz. Pro Tag hat das Unispital eine Kapazität von bis zu 500 Tests. Bis das Testergebnis vorliegt, werden alle neuen stationären Patienten isoliert.

Schaffhausen, 31.03.20 – Stadt Schaffhausen verzichtet auf Parkgebühren: Es gebe derzeit viele engagierte Mitmenschen, teilte der Stadtrat am Dienstag mit. eilte der Stadtrat am Dienstag mit. Um die Sache einfacher zu machen und auf komplizierte Sonderregelungen verzichten zu können, zieht die Stadt deshalb bis am 19. April gar keine Gebühren für öffentliche Parkplätze mehr ein.

ZÜRICH, 31.03.20 – Fahrpläne wurden teilweise zu stark ausgedünnt: Vor gut einer Woche wurden die Kapazitäten im öffentlichen Verkehr massiv reduziert. Dies stellte die Verkehrsbetriebe vor grössere Herausforderungen. Denn trotz weniger Fahrzeuge müssten die Fahrgäste das Social Distancing einhalten können, erklärt Joe Schmid, Sprecher der Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland (VZO). «Die meisten Leute sind immer noch zu den Stosszeiten zwischen 6 und 8 Uhr morgens unterwegs.» Zu diesen Zeiten habe man deshalb nach einer Woche wieder mehr Busse eingesetzt, bestätigt Joe Schmid.

In der Stadt Zürich sind die Fahrpläne erst seit gestern Montag ausgedünnt. Die städtischen Verkehrsbetriebe VBZ wollen die Umstellung genau beobachten, bestätigt Mediensprecher Tobias Wälti. «Wir haben Busse bereit, sollte sich ein akutes Problem ergeben.»

ZÜRICH, 31.03.20 – Zwölf Banken vergeben Corona-Notkredite: Mit 500 Millionen Franken will der Zürcher Regierungsrat den KMU unter die Arme greifen. Das Geld gelangt in Form von Krediten zu den Unternehmen und wird von insgesamt zwölf Banken vergeben, teilte die Finanzdirektion am Dienstag mit. Den grössten Teil trägt die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie vergibt 185 Millionen Franken an Zürcher KMU. Danach folgen UBS und CS mit je 93 Millionen Franken sowie die Raiffeisen und die Migros Bank mit 50 respektive 33 Millionen Franken. Können Betriebe die Kredite nicht zurückzahlen, springt der Kanton ein und übernimmt 85 Prozent des Betrags. Der Steuerzahler trägt nun das Haupt-Risiko. Das restliche Risiko von 15 Prozent tragen die zwölf Banken.

ZÜRICH, 31.03.20 – Winterthurer Läden wehren sich gegen Lädeli-Sterben: 40 Geschäfte aus der Altstadt haben vor einigen Tagen gemeinsam ein Online-Warenhaus eröffnet: online-marktplatz.junge-altstadt.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster. Die Idee gab es schon länger, dass die Website jetzt fertig ist, wo nur noch Online-Shopping möglich ist, sei ein Glücksfall, sagt Heinz Schudel, Geschäftsführer der Winterthurer City-Vereinigung Junge Altstadt. Erst vor einigen Tagen hat der Online-Marktplatz eröffnet. Das Geschäft läuft, besonders Blumensträusse seien gefragt: «Das ist das, was es nicht gibt im Supermarkt und den Leuten gut tut Zuhause», stellt Schudel fest. Eine Blumenhändlerin, die mitmacht, ist Yvonne Mohr. Normalerweise verkauft sie an der Metzggasse ihre Sträusse, jetzt übers Internet. «Was wir jetzt verkaufen, kommt nie an das heran, was wir an einem normalen Tag verkaufen. Nie», sagt sie. Yvonne Mohr hofft, dass der neue Online-Marktplatz der Altstadt-Läden noch bekannter wird.

Auch in anderen Winterthurer Quartierläden kann online eingekauft werden. Verschiedene neue Verzeichnisse zeigen, wo: Lädelishop.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster, winterthur.local-hero.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster, lokal-loyal.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster zum Beispiel. Auch Floristin Samantha Bühler hat dort den Webshop ihres Geschäfts Grünraum auf dem Sulzerareal eingetragen. «Die Kunden bestellen im Webshop, aber auch per E-Mail oder Telefon». Die Online-Bestellungen machten nur einen Drittel aus, sagt Samantha Bühler, die persönliche Beratung am Telefon sei nach wie vor sehr wichtig.

ZÜRICH, 30.03.20 - Fernunterricht setzt jungen Flüchtlingen in Zürich zu: Sie haben meist nur ein Handy, sprechen noch nicht gut Deutsch und sind schriftlich nicht so gewandt. Jugendlichen Flüchtlingen fällt das coronabedingte Homeschooling in den Fächern Deutsch und Berufsvorbereitung schwer. Viele von ihnen sind ohne Eltern und Familie da; jetzt fehle ihnen das soziale Netz, sagt Lehrerin Sarah Lussmann: «Es fehlt die Tagesstruktur, es fehlen die Kollegen, es fehlt der Zugang zur Gesellschaft.» Die

Verantwortlichen befürchten, die Jugendlichen könnten auf diese Weise ihr Ziel verfehlen, im Sommer eine Vor- oder Schnupperlehre anzufangen. Dann müsste die Zürcher Asylorganisation mit Angeboten einspringen.

ZÜRICH, 30.03.20 – Zürcher Fachstellen kümmern sich um Prostituierte: Die Zürcher Frauenberatungsstellen FIZ und FloraDora setzen sich dafür ein, dass Prostituierte nicht auf der Strasse landen – im doppelten Sinn. Viele der meist ausländischen Betroffenen seien zurück in ihre Heimat gereist, nicht allen sei dies aber noch rechtzeitig gelungen. «Wir bekommen Anrufe von Frauen, die unmittelbar von Armut betroffen sind. Sie wissen nicht mehr wo schlafen und was essen», sagt FIZ-Geschäftsleiterin Lelia Hunziker. Die Fachstellen appellieren nun an die Zimmervermieter und Klubbetreiber, die Prostituierten weiterhin und möglichst preisgünstig zu beherbergen, damit diese nicht aus Geldnot wieder ihrer Arbeit nachgehen und sich dabei gefährden. FIZ bietet betroffenen Frauen auch Notkredite an.

ZÜRICH, 29.03.20 – Schutz und Rettung Zürich rechnet mit monatelanger Pandemie: In einem vertraulichen Lagebericht, der dem «Sonntagsblick» vorliegt, wagt Schutz und Rettung Zürich eine Prognose zur Entwicklung der Coronapandemie. Die Dienstabteilung des Sicherheitsdepartements geht davon aus, dass die Krise noch monatelang anhalten wird. Die wahrscheinlichste Lageentwicklung sei, dass die Pandemie nicht genügend eingedämmt werden könne. Dies bedeute, dass die Massnahmen weiter verschärft und massiv verlängert werden müssten – über die Sommerferien hinaus. Auch in den Spitälern rechnet Schutz und Rettung nicht mit einer Entspannung. Es sei wahrscheinlich, so der Bericht, dass Beatmungsplätze knapp würden und Ärzte aufgrund knapper Ressourcen entscheiden müssten, welche Patienten für gewisse Operationen bevorzugt würden.

ZÜRICH, 29.03.20 – Tausende melden sich am Universitätsspital für Freiwilligenarbeit: Die Spitäler können in der aktuellen Krisensituation auf die Hilfe der Bevölkerung zählen. Am Universitätsspital Zürich haben sich rund 2000 freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, schreibt der «Sonntagsblick». Einige Frewillige konnten allerdings nicht in den Betrieb eingebunden werden und mussten wieder nach Hause. Es seien intern Anpassungen gemacht worden, um Personal freizuschaufeln, argumentiert das Universitätsspital in der Zeitung. Und zudem brauche man aktuell vor allem Personal mit einer Qualifikation im Gesundheitswesen.

Der Eingang des Universitätsspitals Zürich.
Legende: Rund 2000 Freiwillige haben dem Universitätsspital Zürich ihre Hilfe angeboten, nicht alle konnten berücksichtigt werden. Keystone

ZÜRICH, 28.03.20 – Ehemaliges Pflegezentrum wird Corona-Notspital: Der Kanton Zürich erhöht seine Bettenkapazität für Corona-Patienten. Er hat das Ende Jahr geschlossene private Pflegezentrum Erlenhof im Langstrassenquartier gemietet. In den nächsten Tagen werden dort 200 Plätze eingerichtet. «Die Zahl der Infizierten und Hospitalisierten inklusive den errechneten Prognosen gibt keinen Anlass zur Entwarnung» , sagt Thomas Würgler, Kommandant der Kantonspolizei, im «Tages Anzeiger». «Wir steuern auf einen Flaschenhals zu und setzen derzeit alles daran, die Bettenkapazitäten zu erhöhen.»

ZÜRICH, 28.03.20 – Zürcher Kantonalbank verschiebt Jubiläumsfeierlichkeiten: Das Coronavirus vermiest der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihr Jubiläumsjahr. Der Erlebnisgarten, der im Mai auf der Landiwiese hätte eröffnet werden sollen, wird verschoben. Die Jubiläumsaktivitäten würden ausgesetzt, weil sich der weitere Verlauf der Corona-Pandemie nicht seriös prognostizieren lasse, schreibt die ZKB auf ihrer Website. Zu ihrem 150 Jahre Jubiläum wollte die Bank auf der Landiwiese eine «grüne Oase» schaffen: Für sechs Wochen wäre dort eine Erlebniswelt mit hängenden Gärten geplant gewesen, mit Aussichtsturm und Konzertbühne. Auch ihr zweites grosses Jubiläumsprojekt, die Seilbahn über das Seebecken, kann die ZKB nicht 2020 realisieren. Es ist durch Rekurse blockiert. Die Bank klärt jetzt ab, ob das Jubiläum als Ganzes auf das kommende Jahr verschoben werden könnte.

ZÜRICH, 27.03.20 – Zürcher Kantonsrat tagt wieder: Versammlungen mit mehr als fünf Personen sind eigentlich verboten. Der Zürcher Kantonsrat nimmt nach längerer Zwangspause am Montag seine Ratstätigkeit wieder auf. «Wir machen das nicht zum Vergnügen», begründet FDP-Fraktionschefin Beatrix Frey Eigenmann. Das Parlament muss nämlich das 500-Millionen-Hilfspaket der Regierung genehmigen. Deshalb sei das Parlament geradezu «verpflichtet» in dieser schwierigen Zeit seine Aufgabe wahrzunehmen. Die Sitzung findet auch nicht im engen Rathaussaal, sondern in einer Halle der Messe Zürich statt, sodass die Parlamentarier den Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten können. Der älteste Kantonsrat, der 69-jährige Valentin Landmann (SVP), fehlt jedoch – nicht wegen Corona, sondern wegen einer Schulterverletzung.

ZÜRICH, 27.03.20 – Taxifahrer kämpfen ums Überleben: Taxifahrerinnen und Taxifahrer haben kein Arbeitsverbot wie etwa Coiffeusen. Deshalb haben selbständigerwerbende Fahrer – in Zürich sind das etwa 80 Prozent – keinen Anspruch auf die Zahlungen von Bund und Kanton. «Die fallen durch alle Rettungspakete durch. Das ist eine Katastrophe», klagt George Botonakis, Präsident des Zürcher Taxiverbands. Die Kundschaft bleibe weg, der Markt sei um «bis zu 98 Prozent» eingebrochen. Laut Botona kis überleben die meisten Zürcher Taxifahrer den März finanziell nicht, da sie keine Rückstellungen machen konnten. Der Zürcher Taxiverband hat nun den Bund um Unterstützung angefragt. Ausserdem bieten neu die Städte Zürich und Winterthur Selbständigerwerbenden – auch Taxifahrern – Nothilfe an.

Schaffhausen, 27.03.20 – Spital baut Kapazitäten für Corona-Patienten massiv aus: Das Spital verfügt neu über zwölf Intensivplätze mit Beatmungsgeräten (bisher waren es fünf Beatmungsplätze), wie die Verantwortlichen mitteilten. Bisher waren im Kanton Schaffhausen insgesamt 15 positiv getestete Personen hospitalisiert, davon zwei in Intensivpflege. Sorgen bereitet der Spitalleitung etwas anderes: Patientinnen und Patienten mit anderen Erkrankungen trauten sich nicht mehr ins Spital. Das habe dazu geführt, dass in den letzten Tagen gleich mehrere Patienten mit einem geplatzten Blinddarm hätten behandelt werden müssen.

ZÜRICH, 27.03.20 – Viermal mehr Anmeldungen beim Zürcher RAV: Letzte Woche hatte der Zürcher Regierungsrat die Arbeitgeber eindringlich gebeten, keine Angestellten zu entlassen, sondern auf das kantonale Hilfspaket zu warten. Dennoch scheinen viele kleinere Firmen nun bereits Kündigungen auszusprechen. Verglichen mit den Vorjahren verzeichnete das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum in den letzten Tagen jedenfalls rund viermal mehr Anmeldungen. Nicht alle Anmeldungen beträfen jedoch bereits gekündigte Arbeitnehmende, meint Irene Tschopp, Sprecherin des Amts für Wirtschaft und Arbeit: «Ein Teil der Leute haben die Kündigung wohl noch nicht bekommen, melden sich aber schon mal vorsorglich an, weil für sie eine grosse Unsicherheit besteht, wenn Kurzarbeit eingeführt wird.» Wie gross die Zahl jener ist, die zurzeit tatsächlich neu auf Stellensuche sind, ist deshalb vorderhand noch schwer zu sagen.

SCHAFFHAUSEN, 26.03.20 – Wahrscheinlich keine Noten für Schaffhauser Schüler: Wegen der Corona-Krise sollen die Schaffhauser Schulen auf die Notengebung verzichten. Eine gute Idee, sagt der Schaffhauser Erziehungsdirektor Christian Amsler (FDP) auf Anfrage des «Regionaljournals». Amsler will sich auch bei der Erziehungsdirektorenkonferenz dafür einsetzen, dass in allen Deutschschweizer Kantonen in der aktuellen Lage auf Zeugnisnoten verzichtet wird. Der Schaffhauser Regierungsrat ist zuversichtlich, dass er mit seinem Anliegen Erfolg hat. Auslöser für das Begehren ist der Lehrerinnen- und Lehrerverband im Kanton Schaffhausen. Sollten die Schulen über die Frühlingsferien hinaus geschlossen sein, solle man im Sommer auf Zeugnisnoten verzichten. Faire Benotungen seien nicht möglich, und der Verzicht auf Zeugnisse würde Druck von Kindern und Eltern wegnehmen, so die Begründung.

ZÜRICH, 26.3.20 – Zeugnisse oder nicht? Zürich wartet ab: Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner will die Frage der Zeugnisse von der Erziehungsdirektorenkonferenz klären lassen. Zwischen den Zeilen lässt sie erkennen, dass sie gar keine Form der Bewertung schwierig findet: «Wir empfehlen den Lehrpersonen jetzt schon, auf benotete Prüfungen zu verzichten und die Noten nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Ein Feedback an die Schülerinnen und Schüler ist aber wichtig.» Auch wenn eine einheitliche Lösung anzustreben sei, müsse den Kantonen gewisse Freiheiten gewährt werden, sagt Steiner weiter. In den Gymnasien ist die Frage hingegen geklärt: Auf Zeugnisse wird verzichtet.

ZÜRICH, 26.03.20 – Keine mündlichen Gymi-Prüfungen: Good News für gewisse Schülerinnen und Schüler, die noch zu einer mündlichen Prüfung hätten antreten müssen: Weil die Schutzmassnahmen nicht gewährleistet werden können, verzichtet die Zürcher Bildungsdirektion auf mündliche Prüfungen fürs Kurzgymnasium und für Fach- und Handelsmittelschulen. Ursprünglich hätten die Prüfungen verschoben werden sollen. Der Entscheid sei ihnen nicht allzu schwer gefallen, sagt Niklaus Schatzmann, Leiter des Zürcher Mittelschulamtes: «Es betrifft ja nur diejenigen, die es ganz knapp nicht geschafft haben. Auf der anderen Seite war es uns ein riesiges Anliegen, dass wir die jungen Leute nicht monatelang warten lassen.» Die Grosszügigkeit werde sich auszahlen, ist Schatzmann sicher.

ZÜRICH, 26.03.20 Weitere Unterstützung für Unternehmen: Nicht alle Betriebe können von den Massnahmen von Bund und Kantonen profitieren. Diese Lücke wollen die Gemeinden schliessen. Selbständige sollen deshalb auch von den Gemeinden Soforthilfe erhalten in Form von kleinen Krediten. So wollen die Gemeinden verhindern, dass die Menschen in der Sozialhilfe landen. Auch die Stadt Zürich hat weitere Massnahmen beschlossen: So will die Stadt Rechnungen von Lieferanten so rasch als möglich begleichen und die Zahlungsfrist für Steuern und Gebühren auf 120 Tage verlängern, wie der Stadtrat mitteilt. Wer als Gewerbetreibender bei der Stadt Zürich Räumlichkeiten gemietet hat, kann eine Mietzinsreduktion verlangen.

ZÜRICH, 25.03.20 Spitäler sind für Corona-Welle gerüstet: Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli erwartet in gut eineinhalb Wochen einen Ansturm von Corona-Patienten. Die Spitäler seien bereit, sagte Rickli an einer Medienkonferenz: «Wir sind im Kanton Zürich gut aufgestellt». Derzeit gibt es in den Spitälern 366 Betten mit Beatmungsmöglichkeiten, deutlich mehr als noch im Februar. Die Gesundheitsdirektion kauft sich zudem eine vollautomatische Maschine, die täglich bis zu 32'000 spezielle Schutzmasken produzieren kann. Diese kostet 740'000 Franken. Ab Mitte April soll sie installiert sein.

Weiter zeigen aktuelle Zahlen, dass derzeit weniger Patienten intensive Pflege benötigen als prognostiziert. Die Zürcher Spitäler pflegen momentan rund 140 Patienten mit Coronavirus, 25 davon wurden bis jetzt auf der Intensivstation beatmet. Weshalb dies vergleichsweise weniger sind als in andern Ländern wie Italien, ist laut Unispital-Direktor Gregor Zünd unklar.

Doch die Welle, da sind sich die Spitäler einig, sie kommt. Und das Problem werde nicht Material und Maschinen sein, sondern das Personal. Auch zu normalen Zeiten gebe es Engpässe beim Intensivpflegepersonal, hiess es von den Verantwortlichen. Um Lücken zu schliessen, will der Kanton am Donnerstag eine neue Plattform aufschalten, dort können sich ehemals in der Pflege Tätige melden.

ZÜRICH, 25.03.20 – Frauenhaus wird zur Quarantäne-Station: Im Zürcher Frauenhaus Violetta ist eine Bewohnerin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie darf ihr Zimmer nicht mehr verlassen und nur noch über die Türe kommunizieren. Alle Mitarbeiterinnen, Bewohnerinnen und Kinder müssen Schutzmasken tragen.

Während vierzehn Tagen nimmt die Schutzunterkunft keine weiteren Opfer von häuslicher Gewalt mehr auf. So lange dauert die Quarantäne, wie CH Media berichtet. Der positive Corona-Test im Frauenhaus Violetta kommt in einem heiklen Moment: Die Zürcher Behörden rechnen damit, dass häusliche Gewalt wegen des Coronavirus zunimmt. Ab nächster Woche soll es deshalb zusätzliche Unterkünfte für betroffene Frauen und Kinder geben.

ZÜRICH, 25.03.20 – Lichtblick für Kleinstunternehmen im Kanton Zürich: Seit über zehn Jahren vergibt der Zürcher Verein «Go!» Mikrokredite an Selbstständige. Über 300 Unternehmen wie Nagelstudios, Velogeschäfte oder Fitnesscenter sind dank dem Geld entstanden. Auch während der Corona-Krise berät «Go!» diese Unternehmen weiter.

«Wir besprechen zum Beispiel, ob sie beim Vermieter eine Mietzinsreduktion erwirken oder welche Rechnungen sie aufschieben können», sagt Co-Geschäftsführer Beni von Allmen. Zudem klärt der Verein ab, wie diese Kleinstfirmen jetzt von der finanziellen Unterstützung des Bundes profitieren. Denn die Not sei gross: «Gewisse Firmen, die wir betreuen, haben von heute auf Morgen keinen Umsatz mehr», so von Allmen.

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AudioEin Zürcher Verein greift kleinen Firmen unter die Arme01:56 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 25.03.2020.abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.

ZÜRICH, 24.03.20 – App soll Winterthurer Senioren in Isolation helfen: Die Stadt Winterthur integriert auf ihrer Internetseite und der Winterthurer App die neue Funktion «Nachbarschaftshilfe». Ziel sei es, Helfende und hilfesuchende Personen zu vernetzen, sagt Vicente Carabias-Hütter, Leiter der Fachstelle Smart City Winterthur: «Viele Winterthurerinnen und Winterthurer brauchen jetzt Unterstützung im Alltag, weil sie gefährdet sind und zuhause bleiben. Und gleichzeitig sind viele junge Leute daheim, die Zeit haben und helfen wollen».

Ältere Personen, die keinen Internetzugang haben oder wenige technische Kenntnisse, sollen sich über andere Personen mit einem Zugang zur App anmelden. In anderen Gemeinden wie etwa Zürich, Thalwil oder Neuhausen am Rheinfall gibt es Hotlines, um Hilfsangebote zu vernetzen.

SCHAFFHAUSEN, 24.03.20 – 50 Millionen für die Schaffhauser Wirtschaft: Ergänzend zur Hilfe des Bundes will der Kanton bürgen für Bankkredite (30 Millionen), Härtefälle vor dem Konkurs oder der Sozialhilfe bewahren (15 Millionen), Kulturschaffende und Sportvereine, die von Absagen betroffen sind, unterstützen (5 Millionen) und die Steuern erst bis Ende Juni eintreiben. Wer dem Kanton Geld schuldet, erhält mehr Zeit um die Rechnungen zu bezahlen. Zudem überlegt die die Regierung, die Gesamterneuerungswahlen im Spätsommer zu verschieben.

ZÜRICH, 24.03.20 – Schwimmer auf dem Trockenen: Auch für Spitzenschwimmer sind die Hallenbäder geschlossen. Das stellt einen der grössten Schwimmvereine der Schweiz, die Zürcher Limmat Sharks, vor grosse Probleme. «Ein Schwimmer kann schlicht nicht an Land trainieren», sagt Chef-Trainer Dirk Reinicke.

Das Training fällt flach – dazu kommt die Verunsicherung. Bei den Top-Schwimmern, weil wegen der vielen Wettkampf-Absagen nicht klar ist, welches sportliche Ziel sie eigentlich verfolgen. Und beim Verein, weil die Schwimmschule und viele Unterstützungsgelder für Trainings wegfallen.

ZÜRICH, 24.03.20 – Wer zahlt die Miete des Coiffeursalons? In Zürich gehen die Meinungen auseinander: Der Zürcher Mieterverband findet, dass Ladengeschäfte keine Miete bezahlen müssen, schliesslich dürfen sie derzeit wegen nicht geöffnet sein. Der Zürcher Hauseigentümerverband wiederum findet, es könne nicht alles den Liegenschaftsbesitzern aufgebürdet werden und warnt vor einer Immobilienkrise.

Auch die Stadt Zürich vermietet viele Liegenschaften, 60 Gastrobetriebe und rund 1000 Geschäftsräume. Sie hat bereits erste Massnahmen getroffen, etwa Aufschub bei den Zahlungsfristen April, Mai und Juni. Die Miete ganz erlassen? Das werde derzeit geprüft, auch auf Kantonsebene, heisst es auf Anfrage vom Regionaljournal.

ZÜRICH, 24.03.20 – Musikunterricht per Videochat: Auch die Lehrpersonen der Musikschulen haben sich etwas einfallen lassen damit der Unterricht weitergeht. Die achtjährige Johanna aus Männedorf zum Bespiel übt Kontrabass nun einfach vor der Computerkamera, ihre Lehrerin schaut und hört zu und gibt der Schülerin Aufgaben. Ihr Vater ist glücklich: «Sehr schön, dass da etwas aufrecht erhalten bleibt.»

Fernunterricht hat aber auch seine Tücken. Geigenlehrerin Regula Litschig erzählt, dass vor allem die kleinen Kinder ihre Geige noch nicht selbst stimmen können. Darum hat sie den Eltern eine Stimm-App angegeben. «Die sassen dann zum Zeil stundenlang dran», erzählt Litschig. Anfangs seien noch alle sehr euphorisch gewesen, aber es gäbe auch Schwierigkeiten, ohne die technische Hilfe der Eltern funktioniere der Unterricht nicht. Und die Klangqualität sei leider ziemlich schlecht. «Geige über Skype kann auch anstrengend sein», sagt die Musiklehrerin.

ZÜRICH, 24.03.20 – Mit dem Wischmop Beweglichkeit trainieren: Sport und Bewegung sollen nicht zu kurz kommen für Schülerinnen und Schüler, auch wenn der Sportunterricht derzeit ausfällt. Die Stadt Zürich lanciert den Youtube-Kanal «Loop it» mit Videos für Sport in den eigenen vier Wänden. Ab sofort stünden dort 40 Videos zum Nachmachen zur Verfügung, teilt das Sportamt der Stadt Zürich mit.

Das Angebot werde laufend erweitert und richte sich an verschiedene Schulstufen. Ein Redaktionsteam des Sportamts sorgt dafür, dass die Inhalte verschiedene Aspekte wie Kondition, Koordination und Beweglichkeit in den Bereichen Sport, Spiel, Gesundheit und Ausdruck abdecken, heisst es. Publiziert werden die Videos unter dem Hashtag #loop_it. So gibt es zum Beispiel eine Beweglichkeitsübung mit dem Wischmob zum Nachturnen. Hier geht es zu den Videos: Link., Link öffnet in einem neuen Fenster

ZÜRICH, 24.03.20 – Uni Zürich bietet gratis Paarberatung an: Paare können kostenlos ein Online-Training machen, um ihre Partnerschaft zu pflegen. Ziel sei, Beziehungen in Zeiten von Stress zu stärken, teilt die Universität Zürich am Dienstag mit. Das Paarlife-Online-Training wurde von Prof. Guy Bodenmann und seinem Team entwickelt. In Kürze soll auch ein Online-Coaching angeboten werden, ebenfalls kostenlos. Wegen der Coronakrise leben viele Paare und Familien den ganzen Tag Zuhause auf engem Raum, das kann zu Spannung führen. Fachleute befürchten darum eine Zunahme häuslicher Gewalt. Ein Interview mit Guy Bodenmann finden Sie hier:

Informationen:

Corona-Hotlines Zürich und Schaffhausen

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  • Zürcher 24h-Hotline für Veranstalter und Gemeinden: 0800 044 117.
  • 24h-Ärztefon: 0800 33 66 55
    (für medizinische Fragen rund um das Coronavirus)
  • Hotline des Kantons Schaffhausen: 052 632 70 01
    (Montag bis Freitag, 08.00 bis 18:00 Uhr in Betrieb)
  • 24h-Hotline des Bundesamts für Gesundheit: 058 463 00 00

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, diverse Sendungen seit 16.3.2020

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