CVP Kanton Zürich: Was bringt der Schmusekurs mit rechts?

Das bürgerliche Bündnis für die Zürcher Regierungsratswahlen im nächsten April steht. Als letzte Partei hat die CVP ihre Unterstützung bekräftigt. Die Mittepartei, die sich selbst als liberal-sozial bezeichnet, unterstützt also auch die Regierungsratskandidaturen von FDP und SVP. Dies birgt Risiken.

Wahlplakat von Silvia Steiner, CVP-Kandidatin für die Zürcher Regierungsratswahlen im April 2015. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Silvia Steiner, CVP-Kandidatin für die Zürcher Regierungsratswahlen, dürfte vom bürgerlichen Bündnis profitieren. zvg

Im bürgerlichen Kanton Zürich haben es bürgerliche Politiker einfacher, gewählt zu werden. Diese Binsenwahrheit dürfte auch die CVP verinnerlicht haben. Sie unterstützt das bürgerliche Wahlbündnis und schickt ihre Kandidatin Silvia Steiner mit den Schlagworten «Staatsanwältin, Mutter, Politikerin» ins Rennen.

Eine Taktik, die sich lohnen könnte, war doch bei den Wahlen vor vier Jahren CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein weder im rechten noch im linken Bündnis dabei und wurde prompt abgewählt.

Mit der SVP im Lotterbett. Ein abschreckendes Bild.

Was das Bündnis aber der Partei bringt, ist schwieriger einzuschätzen. Bei den letzten kantonalen Wahlen holte die CVP nicht ganz fünf Prozent der Wählerstimmen. Sie verlor Wähleranteile, vor allem an die Grünliberalen und die BDP. Eine klare Positionierung nach rechts könnte deshalb hilfreich sein.

Andererseits dürften sich Wähler fragen, für welchen Kurs die CVP des Kantons Zürich wirklich steht: Schweizweit gesehen politisiert sie eher links. In ihrem Logo wirbt sie ausserdem explizit mit dem Attribut «sozial-liberal». Sitzt die CVP nun bei den Wahlen mit der SVP im gleichen Boot, dürfte dies auf viele CVP-Wählerinnen und Wähler eher abschreckend wirken.