Cyberkriminalität: Wohnungsnot schamlos ausgenutzt

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat zwei Internetbetrügern das Handwerk gelegt. Die Täter stellten gefälschte Wohnungsinserate ins Internet und kassierten von Interessenten eine Anzahlung. Nach aufwändiger Ermittlung konnten die Betrüger gefasst werden.

Wohnsiedlung mit Balkonen vom Hinterhof aus gesehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Günstige Wohnungen sind in Zürich äusserst knapp, deshalb haben Betrüger mit Wohnungssuchenden leichtes Spiel. Keystone

Die beiden mutmasslichen Betrüger sind immer mit dem gleichen Muster vorgegangen: Sie schrieben im Internet eine günstige Wohnung aus und gaben sich als Vermieter aus. Die Internetinserate wirkten überhaupt nicht verdächtig. Oft benutzten die mutmasslichen Betrüger auch ein Logo einer bekannten Immobilienfirma. Meldeten sich Interessenten auf das Inserat, verlangten die mutmasslichen Betrüger eine Anzahlung von über 2000 Franken für die Wohnungsbesichtigung.

Die Wohnungsinserate stiessen auf grosses Interesse. Während dreier Monate, vom Juni 2015 bis August 2015 haben sich rund 2000 Interessenten auf die gefälschten Wohnungsinserate gemeldet. Einige der Interessenten haben den geforderten Betrag für die Wohnungsbesichtigung überwiesen. Von den angeblichen Vermietern haben sie nach der Überweisung nie mehr etwas gehört, das Geld war weg.

Erfolgreiche Aktion «Sydefädeli»

Ende August 2015 flog der Betrug auf. Die Zürcher Staatsanwaltschaft und die Zürcher Kantonspolizei konnten zwei Personen in Zürich verhaften. In der Folge haben die Abteilungen, die auf Cyberkriminalität spezialisiert sind, intensiv ermittelt. Wie die Zürcher Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, wurde gegen die beiden mutmasslichen Täter nun Anklage erhoben. Die Beschuldigten müssen sich wegen gewerbsmässigen Betrugs, gewerbsmässiger Geldwäscherei und weiteren Delikten verantworten.