Das neue Triemli-Bettenhaus: Warum es nicht rentiert

Seit dem 1. April ist das Bettenhaus des Stadtzürcher Triemlispitals in Betrieb. Schon musste die Stadt 20 Millionen Franken in Form eines Nachtragskredits nachschiessen. Was läuft falsch? Gar nichts, sagt die verantwortliche Gesundheitsvorsteherin.

Modell des Triemli-Bettenhochhauses vor der Eröffnung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es spiegelt und glänzt: Im Modell zeigte das moderne Triemli-Bettenhochhaus keine Kratzer. Keystone

Der Nachtragskredit in der Höhe von 20 Millionen Franken sichert dem Stadtspital Triemli den weiteren Betrieb in diesem Jahr. Er sei nötig geworden: «Weil wir einerseits weniger Ertrag hatten in den ersten fünf Monaten und andererseits höhere Kosten als budgetiert», sagt Stadträtin Claudia Nielsen (SP) auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Diese Fehlbudgetierung habe aber nichts mit einer Fehlplanung zu tun. Es sei generell sehr schwierig, die Gesundheitskosten einigermassen genau vorherzusagen, so Nielsen. Dies sei seit der neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 so. Man nähere sich aber mit jedem Jahr Erfahrung einer genaueren Budgetierung an.

Auf mehr Zusatzversicherte angewiesen

Bleibt die Frage, weshalb das neue Bettenhaus seit Inbetriebnahme am 1. April noch zu wenig Einnahmen generieren konnte. Stehen die topmodernen Hightech-Zimmer etwa leer, wie die «Neue Zürcher Zeitung» am Dienstag berichtete? Die Auslastung entspreche den Vorgaben, beschwichtigt die SP-Stadträtin.

Für einen rentablen Betrieb des Bettenhauses sei man aber auf zahlungskräftige Patientinnen und Patienten angewiesen: «Wie jedes Spital möchten auch wir im Triemli mehr Zusatzversicherte behandeln, weil diese die Allgemeinversicherten quersubventionieren.» Die allgemein versicherten Patienten blieben aber die Hauptzielgruppe, wie es sich für ein öffentliches Spital gehöre. Deshalb werde das neue Triemli-Bettenhaus nie ein Luxushotel für Privatpatienten werden.