Das Zürcher Konzept steht Fahrende erhalten mehr Platz

Der Zürcher Regierungsrat will mehr Stand- und Durchgangsplätze schaffen – und gründet dafür eine neue Fachstelle.

Fahrende haben sich auf einer Wiese neben einer Strasse eingerichtet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mehr Platz für Fahrende: Der Kanton Zürich will die Anzahl Stand- und Durchgangsplätze erhöhen. Keystone

Derzeit gibt es im Kanton Zürich vier Standplätze und sieben Durchgangsplätze. Das soll sich nun ändern. Der Regierungsrat hat ein Konzept verabschiedet, welches vorsieht, die Anzahl Durchgangsplätze auf 10 bis 15 zu erhöhen.

Bisherige Durchgangsplätze

Gemeinde
Stellplätze
Handlungsbedarf
Winterthur, Riet
14-
Illnau-Effretikon, Eselriet
10 - 15
Sanieren
Gossau, Schützenhaus
4Sanieren, erweitern
Hinwil, Betzholz
10 - 15
-
Meilen5Sanieren, erweitern
Wädenswil6Sanieren, erweitern
Zürich (provisorisch)
15-

Diese Durchgangsplätze sollen zudem mit Sanitäranlagen ausgestattet und an Wasser, Abwasser und Strom angeschlossen werden. Gesucht werden die Plätze in den Regionen Glattal, Winterthur, Unterland und Zürich. Weiter sieht der Regierungsrat vor, im Zürcher Oberland einen neuen Standplatz zu erstellen.

Bisherige Standplätze

Gemeinde
Stellplätze
Dietikon5
Kloten7
Winterthur5
Zürich30
Adliswil3 - 5

«Stand- und Durchgangsplätze bilden eine wichtige Voraussetzung für die fahrende Lebensweise», heisst es im Konzept, das der Regierungsrat letzte Woche verabschiedet und jetzt im Internet veröffentlicht hat.

Auch das Land von Bauernhöfen im Visier

Als wichtige Alternative sieht das Konzept der Zürcher Regierung auch den «spontanen Halt» vor. Ein- oder zweimal im Jahr sollen Private eine passendes Areal für rund vier Wochen an Fahrende vermieten können. Dies könnte zum Beispiel auf Bauernhöfen der Fall sein. Damit die rechtlichen Bedingungen dafür eingehalten werden, sollen Grundlagen wie Muster für Mietverträge oder Merkblätter zur Vefügung gestellt werden.

Schnittstelle Fachstelle

Damit alle nötigen Arbeiten rasch umgesetzt werden können, soll auch eine neue Fachstelle geschaffen werden. Sie soll die Sanierung der bestehenden Plätze, die Standortevaluation und den Bau der neuen Plätze koordinieren sowie eine wichtige Schnittstelle sein zwischen den kantonalen Ämtern, den Gemeinden, dem Bund und den Fahrenden.