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Zürich Schaffhausen Die Babysitter-Tombola-Apéro-Gemeindeversammlung

Sind in Fehraltorf die Traktanden durchgekaut, gibt es Weisswein, Orangensaft und Häppchen. Der Gemeinderat hofft, dass er so mehr Stimmberechtigte motivieren kann, an der Gemeindeversammlung teilzunehmen. Gegen die Fussball-EM oder schlechtes Wetter hilft aber auch dieses Konzept nur wenig.

4'138 Personen waren am 5. Juni 2016 in Fehraltorf stimmberechtigt. 58 von ihnen haben an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend die Rechnung des letzten Jahres abgesegnet. Mit so einer Beteiligung bestimmen also 1,5 Prozent der Stimmberechtigten, was in Fehraltorf für alle gelten soll.

Schwächelnde Urform der Demokratie

Die Beteiligung an der Gemeindeversammlung ist nicht nur in Fehraltorf ein Thema. Je grösser und anonymer eine Gemeinde ist, desto tiefer ist die Beteiligung an diesen «Landsgemeinden» auf Ortsebene. Der Fehraltorfer Gemeindepräsident Wilfried Ott will das aber nicht einfach so hinnehmen. Die Gemeinde gibt deshalb mit verschiedenen Massnahmen Gegensteuer.

Mehr als nur trockene Traktanden

Zum einen können Eltern, die beide an die Gemeindeversammlung kommen wollen, einen kostenlosen Babysitter-Dienst der Gemeinde in Anspruch nehmen. Und wer an der Versammlung teilnimmt, wird mit einem Apéro belohnt und hat die Chance auf einen Losgewinn. Das Ziel: Pro Gemeindeversammlung sollen mindestens 100 Stimmberechtigte teilnehmen.

An der Rechnungs-Gemeindeversammlung vom Dienstag wurde dieses Ziel klar verfehlt. Wilfried Ott lässt sich davon nicht entmutigen. Er weiss: Mit einer Jahresrechnung hat man gegen den Fussball- und den Wettergott einen schweren Stand.

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