Die bedienten Nacht-Barrieren haben ausgedient

Ein halbes Jahr lang hat die Stadt Zürich getestet, ob sich die Autofahrer auch ohne Barrieren an die Nachtfahrverbote halten. Sie tun es etwas weniger. Dennoch werden die Barrieren jetzt abmontiert - zumindest die bedienten. Dies, um Kosten zu sparen.

Eine offene Barriere in der Zürcher Altstadt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Solche Barrieren verschwinden aus dem Stadtbild - das Nachtfahrverbot hingegen bleibt. ZVG STADT ZÜRICH

Mit über siebzig Barrieren oder Pfosten hat die Stadt Zürich bislang Nachtfahrverbote durchgesetzt. Rund die Hälfte wurde täglich von einer privaten Sicherheitsperson geschlossen und wieder geöffnet. Und das verursacht Kosten: jährlich über eine Million Franken.

«Moderater Mehrverkehr»

Dieses Geld wird nun eingespart. Die bedienten Barrieren – vorab in der Altstadt und im Langstrassenquartier – werden abmontiert, hat die Stadt Zürich nach einem halbjährigen Test entschieden. Neu weisen nur noch Tafeln auf das Nachtfahrverbot hin. Zwar zeigte der Test, dass vor allem an den Wochenenden mehr Autofahrer unerlaubt in die Verbotszone fuhren. «In absoluten Zahlen ist der Mehrverkehr jedoch moderat», erklärt Heiko Ciceri von der Dienstabteilung Verkehr. Den Barrierenbetrieb weiterzuführen wäre unverhältnismässig.

Die Stadt will jedoch mit flankierenden Massnahmen sicherstellen, dass die Nachtfahrverbote eingehalten werden. So wolle man an gewissen Stellen grössere Tafeln aufstellen oder sie besser beleuchten, so Ciceri. «Zudem wird die Stadtpolizei am Anfang vermehrt Kontrollen durchführen.»

Altstadtbewohner drohen mit rechtlichen Schritten

Die Quartierbevölkerung, insbesondere in der Altstadt, ist über diesen Entscheid verärgert. Dafür, dass der Stadtrat auf dem Buckel der Anwohnerinnen und Anwohner sparen wolle, habe man kein Verständnis, schreibt der Quartierverein Zürich 1 in einer Mitteilung. Er verlangt von der Stadt, dass sie die Barrieren umgehend wieder einführt und droht andernfalls mit rechtlichen Schritten.