Die dunkle Seite der Nacht

In Zürich wird gern und viel gefeiert. Das sei grundsätzlich gut so, findet der Zürcher Stadtrat. Vor den negativen Auswirkungen wie Abfall, Pöbeleien und Lärmklagen will er jedoch nicht die Augen verschliessen. Er sucht Lösungen, welche die Festfreude für alle erträglich gestalten sollen.

Nachtleben an der Zürcher Langstrasse Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 1996 hatten 88 Gastgewerbe-Betriebe nach Mitternacht offen. 2013 waren es 646. Keystone

In der Stadt Zürich kollidieren die Interessen von Partygängern und Nachtschläfern immer wieder und immer häufiger miteinander. Immer mehr Gastgewerbe-Betriebe schliessen erst weit nach Mitternacht. Waren es 1996 noch 88 Betriebe, sind es heute 646. In den letzten Jahren häuften sich die Lärmklagen.

Es gebe keine einfachen und schnellen Lösungen für dieses Problem, stellte Polizeivorsteher Richard Wolff klar. Das Rad zurückzudrehen und wieder die Polizeistunde um Mitternacht einzuführen, wie es da und dort verlangt werde, sei kein gangbarer Weg.

Miteinander statt gegeneinander

Stattdessen setzt die Stadt einerseits auf die Präsenz von Stadtpolizei und der sip züri, um Gewalt oder Pöbeleien präventiv zu verhindern oder rasch unterbinden zu können. Andererseits soll die Stadtverwaltung mit einer Stimme sprechen, egal ob es um Abfallbeseitigung, Partybewilligungen oder Lärmklagen geht. Seit wenigen Wochen befasst sich deshalb eine Projektgruppe in der Stadt mit dem Thema Nachtleben.

In einem dritten Ansatz setzt die Stadt auf gegenseitige Toleranz und Selbstverantwortung zwischen den einzelnen Interessensgruppen. Richard Wolff ist sicher, dass dies möglich ist: «Ich glaube, dass sich der urbane Mensch entwickeln und sich neuen Herausforderungen und Umständen anpassen kann.»