Zürcher Stadtratswahlen 2018 Die Grünliberalen schielen nach Links

Bisher sind die Grünliberalen bei Stadtratswahlen in der Stadt Zürich stets gescheitert. Kantonsrat Andreas Hauri will nun für die GLP einen Sitz erobern. Der Vorstand empfiehlt ihn als Kandidaten. Und sucht Anschluss bei Linksgrün.

Führungserfahren, kulturbegeistert, hervorragend vernetzt – so beschreibt die GLP ihren Kandidaten Andreas Hauri. Der 50-jährige Marketingleiter sitzt seit viereinhalb Jahren im Zürcher Kantonsrat. Zuvor politisierte er im Stadtparlament.

«Die Grünliberalen haben mit 10 Prozent Wähleranteil ein Anrecht auf einen Sitz im Zürcher Stadtrat», sagt Andreas Hauri. Die Zeit sei reif für die GLP. Hauri lobt die Stadt Zürich: «Die Lebensqualität ist hoch, die Stadt ist friedlich, alles ist gut organisiert.» Doch der linksgrün dominierte Stadtrat habe es sich bequem gemacht. «Es fehlen Visionen und Ideen.»

«  Die Zeit ist reif für einen GLP-Stadtrat. »

Andreas Hauri
Kantonsrat der GLP

Andreas Hauri will sich für ein durchgehendes Velonetz inklusive Veloschnellstrassen einsetzen und für das Gewerbe. Weniger Regulierungen ist sein Stichwort. Typisch GLP also: Hauri macht mit diesen Themen den Grünen und der FDP Konkurrenz.

Bis anhin ist die GLP bei Stadtratswahlen stets gescheitert – wurde zwischen den zwei grossen Blöcken links und rechts zerrieben. Was will die Partei also besser machen? Co-Präsidentin Maleica Landolt zählt auf die Neuzuzüger. Ausserdem habe die Partei mehr Profil gewonnen. Und: Die GLP sucht Anschluss. Die Bürgerlichen haben bereits abgewunken. Mit der SP finden Gespräche statt. Damit diese Erfolg haben, müsste die GLP aber Zugeständnisse machen. Die Situation bleibt also schwierig und die Chance besteht, dass die GLP bei den Stadtratswahlen doch wieder alleine antreten wird.

Stadtratswahlen 2018 - die Kandidatinnen und Kandidaten

SP
Alle vier bisherigen Stadträtinnen und Stadträte treten erneut an: Stadtpräsidentin Corine Mauch, Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen, Hochbauvorsteher André Odermatt und Sozialvorsteher Raphael Golta.
SVPDie SVP will nach bald 30 Jahren zurück in den Stadtrat. Sie tritt mit Susanne Brunner und Roger Bartholdi an. Damit besetzt die SVP zwei Plätze auf dem bürgerlichen Fünferticket.
FDPTiefbauvorsteher Filippo Leutenegger will im Stadtrat bleiben. Sein Stadtratskollege Andres Türler hingegen tritt zurück. Seinen Platz verteidigen soll Michael Baumer. 
GrüneFinanzvorsteher Daniel Leupi tritt erneut an. Die Partei will zudem einen zweiten Sitz holen. Schaffen soll dies Karin Rykart, Fraktionschefin der Grünen im Stadtparlament.
GLPAndreas Hauri will für die Grünliberalen zum ersten Mal überhaupt in den Stadtrat einziehen.
CVPSchulvorsteher Gerold Lauber tritt zurück. Die CVP will ihren Sitz verteidigen, im Bündnis mit SVP und FDP. Gemeinderat Markus Hungerbühler soll Laubers Sitz für die Partei halten.
ALSicherheitsvorsteher Richard Wolff will den Sitz für die AL verteidigen. Die Partei tritt mit ihm als einzigen Kandidaten an.
EVPDie Partei greift mit Claudia Rabelbauer als Kandidatin für die Stadtratswahlen an.