Zürcher Autobahn-Debatte Die Oberlandautobahn soll unter den Boden

Neustes Kapitel einer 50-jährigen Geschichte: Der Zürcher Kantonsrat will weiterhin eine durchgängige A 53, das fehlende Teilstück soll nun aber unterirdisch verlaufen.

Autobahn, die im Grünen endet Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie weiter? Die Linienführung der Zürcher Oberlandautobahn gibt seit 1970 zu reden. Keystone

Der Entscheid des Kantonsrats:

  • Das Kantonsparlament spricht sich klar für eine durchgängige Oberlandautobahn aus.
  • Die Lücke zwischen Uster und dem Kreisel Betzholz bei Hinwil soll geschlossen werden.
  • Einer entsprechenden Teilrevision des kantonalen Richtplans stimmt das Parlament zu.
  • Aus Umweltschutzgründen soll das neue Teilstück weitgehend unterirdisch verlaufen.
  • Problematisch ist die Linienführung bei Gossau: Sie führt mitten durch Siedlungsgebiet.
  • Mit der Eröffnung der Autobahn rechnet der Kanton nicht vor 2035 – wenn überhaupt.
«  Mit der unterirdischen Linienführung werden die Auswirkungen auf ein Minimum begrenzt. »

Markus Kägi
Baudirektor Kanton Zürich

Ein Wegweiser zeigt nach Gossau, einer nach Wetzikon. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Meinungen gehen nicht auseinander: Viele Leute in Gossau und Wetzikon befürworten die Lückenschliessung der Oberlandautobahn. SRF

Die Reaktionen der Gemeinden Gossau und Wetzikon:

  • Eine SRF-Umfrage zeigt: Die Bevölkerung in Wetzikon beklagt sich über den vielen Verkehr und über den Stau.
  • Ruedi Rüfenacht, Stadtpräsident von Wetzikon, sagt: «Durch den Verkehr leidet die Lebensqualität. Wir können Projekte in Wetzikon nicht realisieren, weil die Strassen am Anschlag sind.»
  • Auch die Bevölkerung in Gossau leide unter dem Durchgangs-Verkehr, so eine Anwohnerin. Vor allem Lastwagen machten Spaziergänge unangenehm.
  • Auch der Gossauer Gemeindepräsident Jörg Kündig begrüsst deshalb die Entlastung. Er will jedoch, dass der geplante offene Autobahnabschnitt auf Gossauer Gemeindegebiet nochmals überprüft und allenfalls tiefer gelegt wird.

Geschichte der Oberlandautobahn

1965
Die Streckenführung der Oberlandautobahn A 53 wird festgelegt.
1975Das Teilstück von Brüttisellen bis Volketswil wird eröffnet.
1978Ein weiteres Teilstück von Jona bis zum Kreisel Betzholz wird eröffnet.
1985Der Bundesrat verweigert weitere Strecken, weil sie durch Moore führen.
1987Der Schutz von Mooren wird in der Bundesverfassung verankert.
1988Die Umfahrung von Uster wird eröffnet. Sie ist auch Teilstück der A 53.
1992Für die Lückenschliessung stehen fünf Streckenvarianten zur Auswahl.
1995Der Zürcher Kantonsrat nimmt eine Variante in den Richtplan auf.
1999Das Parlament bewilligt den Kredit für das Gesamtprojekt.
2001Das Gesamtprojekt Oberlandautobahn wird öffentlich aufgelegt.
2003Der Kantonsrat bewilligt 9 Mio Franken für die Planung des Ausführungsprojekts.
2005Die Ausführungsplanung ist abgeschlossen. Das Projekt wird aufgelegt.
2008Der Regierungsrat erstellt ein Bauprojekt für die Schliessung der Autobahn-Lücken.
2010Das Verwaltungsgericht weist Umweltschutz-Beschwerden gegen das Projekt ab.
2012Das Bundesgericht verbietet die geplante Streckenführung durch ein Schutzgebiet.
2012Das Projekt Oberlandautobahn wird an den Kanton Zürich zurückgewiesen.
2014Die Kantonsregierung präsentiert neue Varianten für die Lückenschliessung.
2015Der Regierungsrat schlägt dem Parlament eine Teilrevision des Richtplans vor.
2016Die Verkehrskommission präsentiert dem Kantonsrat eine entsprechende Vorlage.