Die sauberen Bauern im Weinland

In der Schweiz ist die Landwirtschaft für rund elf Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Dies wollen elf Bauern aus der Region Flaachtal ändern. Sie haben ein Projekt auf die Beine gestellt, das die Verschmutzung um einen Fünftel verringern soll.

Theoretisch gebe es eine breite Palette von Möglichkeiten, wie die Landwirtschaft die Treibhausgase reduzieren könne, sagen die Verantwortlichen des Projekts «AgroCO2ncept». Viele dieser Massnahmen seien bis jetzt aber noch nicht praktisch umgesetzt worden. Hier setzen die beteiligten Bauernbetriebe an.

Grundsatz von «AgroCO2ncept» ist die Formel «20/20/20»:

  • 20 Prozent weniger CO2-Ausstoss: Dieses Ziel soll unter anderem erreicht werden, indem die Bauern Kohlenstoff speichern und selbst erneuerbare Energie produzieren.
  • 20 Prozent weniger Ausgaben: Die Produktion der Bauern soll effizienter werden, unter anderem durch Zusammenarbeit mit anderen Betrieben.
  • 20 Prozent mehr Wertschöpfung: Die Bauern sollen u.a. hochwertige klimaschonende Produkte verkaufen und so mehr verdienen.

Kühe sollen weniger furzen

Eine eher banale, aber nicht zu unterschätzende Massnahme ist es, den Kühen das richtige Futter zu verabreichen. Denn mit jedem Rülpser und jedem Furz stossen die Kühe Methan aus, was dem Klima schadet: «Mit einer Umstellung des Kuhfutters verändert sich auch die Verdauung der Kühe», sagt Landwirt Martin Fritsch. Jeder Bauer könne aber selbst entscheiden, welche Massnahmen er umsetzt.

Die Landwirte könnten von solchen Innovationen nur profitieren, sagt Biobauer und Initiant Toni Maier: «Wenn ein Bauer nicht investiert und nicht offen für Neues ist, bleibt sein Betrieb stehen.»