Die Zürcher Tonhalle muss sich für die Zukunft rüsten

Ohne neue Ideen geht es auch in der Klassik nicht weiter. Die Zürcher Tonhalle hat zwar ein gutes Jahr hinter sich, aber das Verhalten des Publikums verändert sich immer mehr. Die Abonnenten werden weniger, die spontanen Besucher mehr. Angelockt wird das Publikum vor allem von Berühmtheiten.

Der Geschäftsbericht 2012 der Zürcher Tonhalle kann sich sehen lassen. Die Rechnung ist zum ersten Mal seit acht Jahren wieder ausgeglichen und die Publikumszahlen sind konstant geblieben. Trotzdem gibt es eine Schattenseite. Die Zahl der gekauften Abonnements sind um vier Prozent zurückgegangen. Dafür kommt das Publikum immer häufiger an die Abendkasse. 

Elmar Weingarten, Intendant der Zürcher Tonhalle, hält den Geschäftsbericht in den Händen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Elmar Weingarten, Intendant der Zürcher Tonhalle, will mit neuen Ideen mehr Publikum anlocken Keystone

Die Klassik-Stars füllen das Haus

Das Publikum kommt vor allem dann in die Tonhalle, wenn das Programm klassisch und traditionell ist und wenn Berühmtheiten auftreten. Eine Herausforderung für Elmar Weingarten: «Wir müssen uns immer wieder neu überlegen, wie wir das potentielle Publikum aktivieren können». Die nächste Saison scheint jedoch gesichert. Elmar Weingarten erwartet ein grosses Publikum, weil der Dirigent David Zinman verabschiedet wird. Dazu hat er viele berühmte Musikerinnen und Musiker engagieren können.

Bedenken wegen der Baufälligkeit

Noch mehr Sorgen als die Besucherzahlen hat der Intendant wegen des desolaten Zustandes der Tonhalle. Eigentlich hätte das Konzerthaus dieses Jahr renoviert werden müssen. Nun kommt die Renovation viel teurer als geplant und saniert wird das Haus erst, wenn die Zürcher Stimmberechtigten den Umbaukredit gutheissen. Wann die Vorlage an die Urne kommt, das ist noch ungewiss.