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Zürich Schaffhausen «Dieses Sondersetting hat die besten Erfolgschancen»

Der Jugendstraftäter «Carlos» erhält ein neues Sondersetting mit Fokus auf Arbeit und Ausbildung. Thaiboxen gibt es nur in der Freizeit. Oberjugendanwalt Marcel Riesen erklärt im Interview, weshalb man sich für diese Variante entschieden hat und welche Lehren er aus den vergangenen Monaten zieht.

Legende: Audio Interview mit Oberjugendanwalt Marcel Riesen (28.2.2014) abspielen. Laufzeit 05:34 Minuten.
05:34 min, aus Regi ZH SH vom 28.02.2014.

SRF: Weshalb haben Sie sich für dieses neue Sondersetting entschieden?

Marcel Riesen: Es gab nach dem Bundesgerichtsurteil nur zwei Optionen: Carlos auf freien Fuss zu setzen oder ein neues Sondersetting. «Carlos» auf freien Fuss zu setzen, hätten wir nicht verantworten können. Nun sind wir überzeugt, dass das neue Sondersetting die besten Erfolgschancen verspricht. Wir haben andere Anbieter geprüft, haben einen offenen Vollzug im Massnahmezentrum Uitikon geprüft, mussten dann aber feststellen, dass alle anderen Optionen keine Chancen auf Realisierung gehabt hätten, weil der Widerstand von «Carlos» absolut war.

«Carlos» darf weiterhin ins Thai-Boxen. Warum?

Das ist noch nicht entschieden. In einer ersten Phase soll sich die Situation beruhigen und dann schauen wir, wies weiter geht. Erst dann startet die zweite Phase. Dann ist vorgesehen, dass der Sport nicht mehr als Tagesstruktur, sondern in der Freizeit stattfindet. Ob es sich beim Sport um Thaibox-Training handelt und wenn ja mit wem, das ist zur Zeit noch offen.

Ein neues Sondersetting für «Carlos» stand bereits im November zur Diskussion. War es ein Fehler, dass man sich nicht schon damals für ein Sondersetting entschied?

Nein. Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv nach neuen Lösungen gesucht. Im Vordergrund stand für uns damals eine Unterbringung im offenen Vollzug des Massnahmezentrums Uitikon, das ja auf Jugendliche spezialisiert ist. Wir hätten auch gerne ein Gutachten erstellt.

Wir mussten dann aber in den letzten Monaten feststellen, dass von Seiten von «Carlos» ein derart grosser Widerstand gegen alle Alternativen bestand, dass wir wieder bei einem Sondersetting angelangt sind. Und wir sind überzeugt, dass diese Lösung angesichts der gesamten Umstände die beste Lösung darstellt.

Welche Lehre ziehen Sie aus dem Fall «Carlos»?

Wir haben im Verlauf der letzten Monate fast täglich Lehren ziehen müssen. Doch es ist unschwer abzusehen, dass die Öffentlichkeit sich auch in nächster Zeit mit dem Fall beschäftigen wird. Für eine abschliessende Beurteilung ist es deshalb noch zu früh.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dieser seit seinem 9. Lebensjahr kriminell auffällige Psycho muss wohl wirklich zuerst jemand umbringen, ehe man in den Elfenbeintürmen der Schweizer Justiz aufwacht. Soche Sondersettings sind ein absoluter Skandal und ein Faustschlag in das Gesicht des Schweizer Steuerzahlers.
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  • Kommentar von E.Wagner, Zug
    Man könnte ja als Steuerzahler damit noch einverstanden sein, wenn diese für alle gleich wären. Aber es gibt Leute in diesem Land, die müssen hart für diese Arbeiten und auf vieles verzichten nur damit sie diese Steuern bezahlen können. Beschämend so was! Das ist mehr als asozial gegenüber dem Volk. Hoffentlich bekommt ihr die Quittung 2015 bei den Wahlen
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  • Kommentar von Veronika Schmid, 8280 Kreuzlingen
    Wo werden die Eltern dieses Schmarotzers in die Pflicht genommen? Ist Carlos das Kind der Schweiz? Wir hatten 3 Kinder und für alle Kosten sind wir selber aufgekommen und haben immer grosse Steuerraten bezahlt. Wer zahlt für uns, wenn wir uns an keine Regeln halten? Das darf doch einfach nicht wahr sein. Er wird sich über uns dumme Schweizer ins Fäustchen lachen und es als selbstverständlich betrachten, dass er monatlich einen Sponsor von"19'000.--" hat.
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