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Zürich Schaffhausen Embrach rüstet sich für ein Bundesasylzentrum

Anfang 2017 nimmt das Bundesasylzentrum Embrach seinen Betrieb auf, als zweite Institution dieser Art im Kanton Zürich. Es bietet vorerst 120 Plätze und dient als Ausreisezentrum. Die Embracher nehmen es gelassen.

Zwei Herren und eine Dame an Tisch auf Bühne, im HiGru Leinwand
Legende: Sicherheitsdirektor Mario Fehr, Gemeindepräsident Erhard Büchi und Barbara Büschi vom Bund bei der Präsentation. Keystone

Das neue Bundesasylzentrum in Embrach wird in einem Teil des bereits bestehenden kantonalen Durchgangszentrums eingerichtet. Das kantonale Zentrum stellt dem Bund für diesen Zweck vorderhand 120 seiner 360 Plätze zur Verfügung und hält den Betrieb mit den verbleibenden 240 Plätzen aufrecht. Die Gesamtzahl der in Embrach untergebrachten Personen aus dem Asylbereich beträgt also wie bisher maximal 360.

Seit Anfang 2014 betreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) bereits ein Bundesasylzentrum in der Stadt Zürich. Hier läuft auch der Testbetrieb für beschleunigte Asylverfahren, die nach der Neustrukturierung des Asylbereichs künftig in der ganzen Schweiz angewendet werden sollen. Im Juli 2015 hatte das SEM dann bekannt gegeben, der Bund werde ein zweites Zentrum in den Anlagen des kantonalen Durchgangszentrums Embrach einrichten

Embrach als Ausreisezentrum

Das Bundesasylzentrum Embrach wird die Funktion eines Ausreisezentrums haben. Die dort untergebrachten Menschen werden die Schweiz demnach mehrheitlich wieder verlassen müssen. Bis 2019 sollen alle 360 Plätze des kantonalen Durchgangszentrums an den Bund übergehen. Dieser plant einen Neubau. Der Kanton wird in Embrach dann keine Plätze für Asylsuchende mehr anbieten.

Das SEM hat die Asyl-Organisation Zürich mit dem Betrieb des Bundesasylzentrums Embrach und der Betreuung der Asylsuchenden beauftragt. Die Asyl-Organisation wird mit Unterstützung des Kantons und der Gemeinde zudem gemeinnützige Beschäftigungsprogramme für die Asylsuchenden organisieren. Gemeinsam mit der Kantonspolizei Zürich und weiteren Blaulichtorganisationen hat der Bund ein Sicherheitsdispositiv erarbeitet; die Sicherheit im Zentrum soll rund um die Uhr durch die Securitas gewährleistet sein.

Hotline und Mitsprache

Für die Bevölkerung wird eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet. Eine Begleitgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Bevölkerung sowie Behörden von Bund, Kanton und Gemeinde soll den Betrieb des Zentrums unterstützen und gegebenenfalls Massnahmen für ein reibungsloses Funktionieren besprechen. Die im Bundesasylzentrum lebenden schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gehen innerhalb des Zentrums zur Schule.

Nach der Neustrukturierung des Schweizer Asylsystems, die im Juni dieses Jahres vom Volk angenommen wurde, sollen im Kanton Zürich insgesamt 870 Plätze in Bundesasylzentren entstehen. Das bereits als Pilotprojekt laufende Verfahrenszentrum in der Stadt Zürich zielt auf 360 Plätze, im Ausreisezentrum Embrach kommen weitere 360 Plätze dazu. Wo die restlichen 150 Plätze eingerichtet werden, ist noch nicht klar – jedenfalls nicht in Embrach, wie Sicherheitsdirektor Mario Fehr versichert.

Strengere Sicherheitsbestimmungen

An einer Informationsveranstaltung zeigten sich die Embracherinnen und Embracher kritisch, grossen Protest gegen die Umwandlung des kantonalen in ein Bundeszentrum gab es allerdings nicht. Diese bringt der Bevölkerung eher Erleichterung: Die Sicherheitsmassnahmen in den Bundeszentren sind strenger als in den kantonalen Durchgangszentren. So dürfen Asylsuchende nur tagsüber ins Dorf und müssen um 17 Uhr wieder zurück im Zentrum sein.

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