«Es braucht kritische Menschen, die verantwortlich sind»

Der Benkemer Arzt Jean-Jacques Fasnacht wehrt sich seit beinahe zwanzig Jahren gegen ein Atom-Endlager im Weinland. Und solange nicht alle Sicherheitsfragen restlos geklärt sind, will er auch nach dem Entscheid der Nagra weiterkämpfen.

Der Entscheid der Nagra sei keine Überraschung gewesen, sagt Jean-Jacques Fasnacht als Regionaljournal Wochengast. «Wir sind aber erstaunt und auch besorgt, dass die Nagra sich so schnell auf zwei Standorte festgelegt hat», sagt er im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Hoffnungen habe er sich aber keine gemacht, dass das Weinland als Standort für ein Atommüll-Endlager nicht mehr in Frage komme.

Seit beinahe zwanzig Jahren kämpft der Benkemer Arzt Jean-Jacques Fasnacht bereits gegen ein mögliches Endlager im Weinland. Zu diesem Zweck hat er auch «KLAR! Schweiz» gegründet, einen Verein, der sich gegen Atomenergie einsetzt.

«Wer hat die Sicherheit gepachtet?»

Auch für Jean-Jacques Fasnacht steht die Sicherheit bei der Frage, wo radioaktive Abfälle gelagert werden sollen, im Vordergrund. Nur: «Wer hat die Sicherheit gepachtet? Wer sagt, was Sicherheit ist?» fragt er.

Erfolg hatte Jean-Jacques Fasnacht mit seinem Kampf gegen ein Atommüll-Endlager in Benken bisher nicht. Am Freitag hat die Nagra entschieden, dass das Weinland als Standort für ein Tiefenlager für hochradioaktiven Abfall in Frage kommt – zusammen mit der Region Jura Ost. Dennoch will Jean-Jacques Fasnacht weiterkämpfen, frustriert sei er auf keinen Fall: «Es braucht kritische Menschen, die verantwortlich sind.»

(marn/meim; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)