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Es fehlt der Nachwuchs Zürcher Samaritervereine vor schwieriger Zukunft

Ende Jahr löst sich der Samariterverein Uster auf. Und nicht nur im Oberland verschwinden die Samariter.

Legende: Audio Vereinssterben: Jetzt reagiert der nationale Verband abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
03:03 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 28.12.2018.

Die drittgrösste Stadt im Kanton ist keine Ausnahme. Denn auch die Samariter bleiben vom generellen Vereinssterben in der Schweiz nicht verschont. Im Kanton Zürich sind die Samaritervereine in den vergangenen Jahren gleich reihenweise verschwunden.

Uster ist also bei weitem kein Einzelfall. So sind in den letzten Jahren etwa auch die Sektionen in Adliswil oder Rüschlikon aufgelöst worden.

Legende:
Samariterverein im Kanton Zürich Schweizerischer Samariterbund

Nach 105 Jahren geht damit eine lange Geschichte zu Ende. In Uster haben die ehrenamtlichen Samariter an unzähligen Grümpelturnieren mitgeholfen, Erste-Hilfe-Kurse organisiert oder Blutspendeaktionen durchgeführt. Weil der Verein keine jungen Menschen motivieren konnte, war die Auflösung aber nicht mehr zu verhindern.

Eine Entwicklung, die Ingrid Oehen nicht nur im Zürcher Oberland beobachten muss. Die Zentralpräsidentin des Schweizerischen Samariterbundes stellt fest, dass sich die Leute generell weniger in Vereinen engagieren: «Die Aufgaben verteilen sich auf weniger Schultern. Dadurch wird die Arbeit für die wenigen, die noch mitmachen, noch anstrengender.» Gerade in grösseren Städten wie Uster sei es sehr schwierig, Nachwuchs zu finden, so Oehen weiter.

Die Vereine in der Stadt haben mehr Mühe als die Samariter in ländlichen Gemeinden.
Autor: Ingrid OehenZentralpräsidentin Schweizerischer Samariterbund

Um das Weiterbestehen zu sichern, sollten die Samariter einen ähnlichen Weg einschlagen wie etwa die Feuerwehr, rät Ingrid Oehen. Das bedeutet: Fusion. Kleinere Vereine sollen sich zusammenschliessen.

Allerdings bleibt es nach wie vor die wichtigste Aufgabe, junge Leute zu rekrutieren, so Oehen: «Wir können nicht zwanzig Leute pro Jahr gewinnen. Es reicht, wenn zwei bis drei dazukommen.» Der Schweizerische Samariterbund erarbeitet zurzeit Lösungsansätze, um den Mitgliederrückgang zu stoppen. Diese will er nächsten Sommer präsentieren.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Andreas Wiedler (infonews)
    Nichts Neues in der Vereinswelt. Was aber die Samariter betrifft, so gibt es für sie in Zukunft definitiv eine Chance. Als wichtiges Glied in der Rettungskette, könnten sie als "First-Responder" (die Medien berichteten mehrmals), die Überlebenschancen für Patienten deutlich erhöhen. Diese Art der Aufgabe würden auch die Rettungskräfte begrüssen. Ich hoffe sehr, dass die Samariter sich neu orientieren können und auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, nicht nur an Festen und Anlässen.
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