«Es wurde genau das, was wir uns ausgedacht haben»

Als «Stadt-Oase», «Win-Win-Wohnen» und als «Modell für die Stadt der Zukunft» wurde die Genossenschaftssiedlung Kalkbreite in der Stadt Zürich bezeichnet. Seit einem Jahr proben dort die Bewohnerinnen und Bewohner eine neue Art des Zusammenlebens. Wie funktioniert's?

Über 200 Menschen aus allen Altersklassen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen verzichten seit dem Sommer 2014 in der Kalkbreite auf einigen individuellen Komfort. Stattdessen pflegen sie einen selbstbestimmten, gemeinschaftlichen Lebensstil.

«Dieses Projekt erfüllt meine Hippie-Wünsche aus der Jugendzeit», sagt Brigitta Fischer, eine der Kalkbreite-Bewohnerinnen, «den Wunsch nach einer Gemeinschaft, wo man sich aber trotzdem zurückziehen kann, ein Zusammenleben von Jung und Alt. Und das hat sich tatsächlich erfüllt.»

Altpapier und Katzenklo

Natürlich gibt es auch im Kalkbreite-Alltag die normalen Probleme des Zusammenlebens: Der Katzendreck im Gemeinschaftsraum oder das Altpapier im Flur vor der Wohnung. Deshalb ist ständige Kommunikation, sei es im Gespräch, über Pinnwand-Notizen oder per WhatsApp-Chat, unumgänglich.

Thomas Sacchi ist der Leiter des Projekts Kalkbreite - er hat es von der ersten Idee bis zur Realisierung acht Jahre später begleitet und lebt nun selbst dort. Das Experiment sei geglückt: «Es ist genau das entstanden, was wir uns damals ausgedacht haben. Erstaunlich genau, sogar. Es ist ein Volltreffer.»