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Zürich Schaffhausen Ex-Lehrerpraktikant muss ins Gefängnis

Ein ehemaliger Lehrerpraktikant wird vom Bezirksgericht Zürich zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Er hatte in einer Garderobe eines Zürcher Schwimmbads heimlich kleine Mädchen gefilmt. Der Mann ist ein Wiederholungstäter.

Zwei Schulmädchen stehen vor einer Garderobe
Legende: Der Mann hatte die Kamera in einer Kindertasche versteckt. Keystone/Symbolbild

Von den 30 Monaten Freiheitsstrafe muss der heute 43-jährige Mann zwölf absitzen. Weil er bereits vier Monate in Untersuchungshaft verbracht hat, bleiben noch acht Monate übrig. Diese darf er in Halbgefangenschaft verbringen. Die Probezeit beträgt vier Jahre.

Urteilsbegründung und Auflagen

Der Richter begründete sein Urteil einerseits mit der Schwere der Tat: Der Angeklagte habe viele Leute geschädigt und auch noch weitergemacht, als die Ermittlungen gegen ihn bereits im Gang gewesen seien. Andererseits hielt er ihm sein Geständnis zugute. Die Strafe ist mit Auflagen verbunden: Der Verurteilte muss sich weiterhin einer Therapie unterziehen, und er darf nicht professionell mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten. Den Privatklägerinnen muss der Mann Schadenersatz und eine Genugtuung bezahlen.

Die Staatsanwältin zeigte sich mit dem Urteil sehr zufrieden. Ob die Verteidigung das Urteil weiterzieht, ist noch offen.

Mit der Kamera in der Kindertasche

Der heute 43-jährige Mann flog auf, als Schulmädchen in der Garderobe des Schwimmbads Borrweg eine Kamera entdeckten, eingebaut in eine Kindertasche mit Tigeraufdruck. Drei Tage lang soll die Kamera gefilmt haben, wie sich die Mädchen für den Schwimmunterricht im Hallenbad Borrweg umgezogen haben.

Tausende Bilder sichergestellt

Es war offenbar nicht die erste solche Tat des Mannes: Am Prozess wurde bekannt, dass der Mann bereits früher seine Nachbarin im Badezimmer und während eines Schullagers junge Frauen gefilmt haben soll. Während der Ermittlungen stellten Spezialisten der Stadtpolizei zudem 21'000 Gigabytes Bildmaterial sicher. Laut Anklage verletzen die Aufnahmen die Intimsphäre der abgebildeten Frauen und Mädchen. Ein Gutachten attestiert dem Mann eine «mittlere voyeuristische Störung». Auf Fragen des Richters nach seinen Motiven wich der Angeklagte aus: «Ich weiss es nicht, ich war neugierig», waren die Antworten.

Vor dem Bezirksgericht Züricht machte die Staatsanwältin ausserdem bekannt, dass gegen den Mann bereits 2006 in der Ostschweiz ein ähnliches Verfahren eröffnet worden war. Es wurde damals aber aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Staatsanwältin verlangt Höchststrafe

Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, professionell vorgegangen zu sein. Auch nach dem Verfahren in der Ostschweiz habe er einfach weitergemacht. Bis heute zeige er wenig Einsicht. Sie sprach deshalb von einem «schweren Verschulden» und forderte die Höchststrafe von drei Jahren.

Der Verteidiger verlangte hingegen eine bedingte Strafe. Es handle sich im Fall seines Mandanten nicht um Pädophilie sondern um Voyeurismus. Sein Mandant habe nie jemanden angefasst und schäme sich für seine Taten.

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