«Frauen gehen anders mit dem Tod um als Männer»

Zum Tag des Friedhofs und des 100-Jahre-Jubiläums des Krematoriums Sihlfeld lud die Stadt Zürich unter anderem zu einem Friedhofspaziergang ein. Das Thema: «Frauen und der Tod». Dabei zeigt sich: Das Bild der Frau hat sich nicht nur im Leben, sondern auch im Tod verändert.

Kreuze im Krematorium Sihlfeld Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Krematorium Sihlfeld wird seit 1992 als Abdankungshalle genutzt. Keystone

Gräber bereitstellen war in Zürich früher Männersache, Totengräberinnen gab es nicht. Da habe sich einiges geändert, erklärt Rolf Steinmann, Leiter Bestattungs- und Friedhofamt der Stadt Zürich, gegenüber dem «Regionaljournal». «Im Krematorium Nordheim arbeiten drei Frauen, im Fahrdienst haben wir auch eine Bestatterin.»

Frauen setzen sich intensiver mit dem Tod auseinander

Eine gute Sache, meint Steinmann. Frauen hätten einen anderen Umgang mit dem Tod. «Es braucht ja nicht nur Kraft als Sargträger, sondern auch soziale und kommunikative Kompetenzen.» Frauen hätten das sehr gut im Griff. Grundsätzlich könne er sich vorstellen, dass Frauen und Männer unterschiedlich mit dem Thema Sterben umgehen. «Frauen interessieren sich mehr dafür, stellen sich Fragen», meint Steinmann. Dies zeige sich auch in der Anzahl Besucherinnen am «Tag des Friedhofs». «60 - 70 Prozent waren Frauen», schätzt Steinmann.

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Tag des Friedhofs

Die Veranstaltung soll Gelegenheit geben, sich auf neue Weise mit den Themen Tod, Abschied und Trauer auseinanderzusetzen. In der Schweiz führen neben Zürich auch Basel, Bern, Chur, Luzern und Winterthur einen Tag des Friedhofs durch.

Bereits zum zweiten Mal organisierte die Stadt Zürich einen «Tag des Friedhofs». Rund 300 Personen interessierten sich für eine Führung durchs Krematorium, den Friedhofspaziergang oder liessen sich von Bestatterinnen und Bestattern aus ihrem Berufsalltag erzählen. Das sind doppelt so viele wie noch im letzten Jahr.

Rolf Steinmann zieht deshalb eine positive Bilanz. «Es ist sehr erfreulich, wir schätzen das Interesse.» Besonders schön sei, dass auch viele jüngere Leute den Anlass besucht hätten. Der «Besuchstag» auf den Friedhöfen soll deshalb auf jeden Fall weitergeführt werden.