Neues Hardturm-Projekt Gelingt im Zürcher Stadionstreit der Durchbruch?

Seit mehreren Jahren liegt das Hardturmareal brach. Alle Versuche, ein neues Fussballstadion darauf zu bauen, scheiterten. Jetzt folgt ein neuer Anlauf.

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Das neue Hardturm-Projekt

0:25 min, vom 13.9.2017
  • Die Stadt Zürich, die Fussballclubs FCZ und GC sowie das Bauunternehmen HRS nehmen einen neuen Anlauf zum Bau eines neuen Fussballstadions.
  • In der Fussballarena sollen 18'000 Supporter Platz finden. Auf dem Hardturm-Areal sollen neben dem Fussballstadion 174 Genossenschafts- und 600 Privatwohnungen entstehen.
  • Die Kosten für das Stadion, den Wohnungsbau sowie die beiden Hochhäuser belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.
  • Das Bauvorhaben muss vom Gemeinderat und dem Stimmvolk gutgeheissen werden. Der Stadtrat wird dem Gemeinderat den privaten Gestaltungsplan voraussichtlich im Sommer vorlegen.
  • Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans beginnt am 16. September dieses Jahres und endet kommenden 20. November. Der Ball soll ab Saison 2021/22 rollen.

Das Projekt war zwar bekannt, nun aber sind die ersten Pflöcke eingeschlagen: Die Stadt Zürich hat vier Baurechtsverträge unterschrieben und den Gestaltungsplan für das neue Stadion ausgearbeitet.

Die Eckpunkte der Verträge

Die vier Baurechtsverträge mit Privaten haben eine Laufzeit von 92 Jahren. Im Gegenzug soll die Stadt jährlich Zinsen von rund 1,2 Millionen Franken erhalten. Der Bau des Stadions sowie der Bau der Wohnungen werden privat finanziert. Die Stadt selbst unterstützt den Bau des Stadions, indem sie beim Baufeld des Stadions den Baurechtszins reduziert, das heisst auf Einnahmen von 1,7 Millionen Franken jährlich verzichtet. Einen Beitrag an den Betrieb des Stadions leistet die Stadt jedoch nicht.

«  Gestaltungsplan und Baurechtsverträge sind Meilensteine auf dem Weg zum Stadion »

Daniel Leupi
Finanzvorstand der Stadt Zürich

Das neue Stadtion auf dem Hardturm-Areal ist nun aufgegleist. Ein denkwürdiger Moment für alle Beteiligten, für die Stadt, für die Fussballvereine und für die Bauherren. Der Zürcher Finanzvorstand Daniel Leupi sagte denn auch, dass mit dem Gestaltungsplan und mit den Baurechtsverträgen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung erreicht sei.

Alle Verantwortlichen vor Ort

Dass der Ball für ein neues Stadion wirklich angerollt ist, zeigt sich auch daran, dass alle Beteiligten bei der Präsentation dabei waren: Neben dem Zürcher Finanzvorstand Daniel Leupi, waren auch der Hochbauvorstand André Odermatt und Sportminister Gerold Lauber anwesend, sowie beide Fussballpräsidenten, FCZ-Präsident Ancillo Canepa und GC-Präsident Stephan Anliker und alle beteiligten Bauherren und Investoren.

«  Die Stadt bezahlt nichts - dieser Anlauf muss nun klappen »

Daniel Leupi
Finanzvorstand Stadt Zürich

Mit dem neuen Stadion auf dem Hardturm-Areal soll die Geschichte der gescheiterten Anläufe nun ein glückliches Ende finden. Die Stadt bezahle nichts ans Stadion, sagte Daniel Leupi, sie verzichte lediglich auf einen Teil der Einnahmen. Damit müsste dieser Anlauf nun klappen. Weil die Grundstücke für Stadion und für den Genossenschaftsbau vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen umgebucht werden müssen, beantragt der Stadtrat einen Kredit von rund 50 Millionen Franken.

«  Weniger Einnahmen, dafür erhält die Stadt günstige Wohnungen und ein richtiges Fussballstadion »

Daniel Leupi
Finanzvorstand der Stadt Zürich

Der Ball liegt nun beim Gemeinderat und beim Stimmvolk. Die Vorlage zur Umbuchung und zum Objektkredit muss vom Gemeinderat abgesegnet werden. Danach entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich über die Umbuchung und den Verzicht der Einnahmen. Die Vorlage soll im Sommer 2018 an die Urne kommen, 2021 soll das Stadion fertig gebaut sein und der Ball dann endlich rollen.

«  Der Schatten, den die Hochhäuser, dauert maximal zwei Stunden, das ist baurechtlich korrekt »

André Odermatt
Hochbauvorsteher Stadt Zürich

Auch wenn das Projekt Hardturm-Stadion gegenüber den zwei gescheiterten Projekten, viele Vorteile aufweist, ist es für Hochbauvorsteher André Odermatt klar, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Skepsis gibt es vor allem wegen den beiden Hochhäusern, die mit 138 Metern sogar höher sind als der Primetower. Trotzdem, André Odermatt ist zuversichtlich: «Der Schattenwurf der Hochhäuser dauert zwei Stunden, das ist baurechtlich korrekt.»