Glockenstreit: Wipkinger Kirche störender als Rosengartenstrasse?

Sie ist die meistbefahrene Strasse der Schweiz, die Rosengartenstrasse. Trotzdem stören sich die Anwohner am Glockengeläut der reformierten Kirche Wipkingen. Ein Kompromissvorschlag der Kirchgemeinde hat nichts genützt, die Anwohner denken sogar über rechtliche Schritte nach.

Kirche Wipkingen im Hintergrund Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trotz Rosengartenstrasse stört der Glockenschlag der Kirche die Anwohner. Sie überlegen sich den Gang vor Gericht. Keystone

Verkehrslärm, Flugzeuge und dann auch noch die Kirchglocken. Die Anwohnerinnen und Anwohner der reformierten Kirche Wipkingen haben genug und wehren sich gegen das Glockengeläut. Nach jahrelangem Kampf ist ihnen die Kirchgemeindeversammlung zwar etwas entgegengekommen: von 24 Uhr bis 6 Uhr morgens bleiben die Glocken jetzt stumm.

Dies nütze allerdings wenig, sagt Anita Düring im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», um diese Zeit schlafe sie bereits. Sie würde Ruhe zum Einschlafen brauchen.

Die Kirchgemeinde wollte den Dürings noch stärker entgegenkommen und die Glocken 24 Stunden lang verstummen lassen - von 19 Uhr bis 7 Uhr. Die Kirchgemeindeversammlung hat diesen Antrag allerdings abgelehnt.

Der Glockenliebhaber aus gesellschaftlichen Gründen

Claude Bollier möchte die Kirchglocken sogar die ganze Nacht läuten lassen, schliesslich würden die Glocken den Menschen daran erinnern, dass die Stunden vergehen - und damit auch seine Lebenszeit. Bollier möchte, dass die Bevölkerung über den Glockenschlag abstimmt.

Familie Düring überlegt unterdessen, mithilfe der Lärmschutzverordnung auf dem rechtlichen Weg Ruhe zu finden.