Grenzwache SH: Schmuggel, Einkaufstourismus und Flüchtlinge

Viel Arbeit für die Grenzwachtregion II im vergangenen Jahr: Wegen der steigenden Flüchtlingszahl half sie zuerst den Tessiner Kolleginnen und Kollegen aus. Ab November stieg dann die Zahl der Migranten an der eigenen Grenze markant an. Und es wurde auch mehr geschmuggelt.

Kurt Wyss vom Zollinspektorat Schaffhausen zeigt an der Medienkonferenz eine täuschend echt aussehende Schreckschusspistole. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gehört auch zur Kategorie Schmuggelware: Kurt Wyss zeigt eine täuschend echt aussehende Schreckschusspistole. SRF

Bei der Schmuggelware hatte 2015 vor allem Billigfleisch Hochkonjunktur. Im Reiseverkehr blieben die Zahlen insgesamt aber stabil. Der Einkaufstourismus befinde sich seit Jahren auf hohem Niveau, das kaum noch zu toppen sei. Das teilte die Grenzwachtregion II in Thayngen mit, die für die Kanton Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Schwyz, Uri und Zug zuständig ist.

Schlagartige Zunahme der illegalen Einreisen

Aussergewöhnlich war im vergangenen Jahr aber vor allem die Bewältigung des Migrationsstroms. Zunächst halfen die 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Kollegen im Tessin aus. Dann, im November, habe sich die Lage schlagartig verändert, sagte Kommandant Thomas Zehnder an der Medienkonferenz an der Zollstelle Thayngen. In seinem Zuständigkeitsgebiet seien insgesamt 2464 rechtswidrige Einreisen notiert worden, 2014 waren es lediglich 424 gewesen.

Die Zunahme habe ihn selber überrascht, denn bis Ende Oktober habe noch nichts auf diesen Anstieg hingedeutet, so Zehnder weiter. Plötzlich seien im Kanton Schaffhausen die landesweiten Wochenrekorde erreicht worden.

Die Migrantinnen und Migranten seien vor allem auf der internationalen Bahnlinie Stuttgart-Schaffhausen-Zürich angereist. Inzwischen sei man gerüstet, um täglich bis zu 200 Flüchtlinge an der Grenze in Schaffhausen zu registrieren, kontrollieren und zu betreuen. Im Moment habe sich die Situation aber wieder entspannt.

Keine Hinweise auf Schlepper

Wegen der Flüchtlingssituation in Europa hat die Grenzwachtregion II gemeinsam mit der Kantonspolizei Uri und dem mobilen Einsatzteam der Zollstelle Schaffhausen im vergangenen Jahr während mehreren Tagen sämtliche LKWs auf der Süd-Nord-Achse kontrolliert. Wie Kurt Wyss, Leiter des Zollinspektorates Schaffhausen sagte, ging es bei dieser Schwerpunktaktion darum, allfällige Schlepperbanden zu überführen. Die Lastwagen seien deshalb visuell geprüft oder mit einem mobilen Scanner geröntgt worden. Das Resultat dieser Kontrollen sei erfreulich: «Es gab keinen Hinweis auf Schleppertätigkeiten.»

(sda/simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)