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Sensible Daten im Gefängnis Hätte nicht passieren dürfen: Kesb-Unterlagen in Gefängniszelle

Der Fall sorgte im vergangenen Oktober für Schlagzeilen: Häftlinge der Strafanstalt in Regensdorf sollten Kesb-Akten binden und erhielten dabei Einblick in sensible Daten. Der Kantonsrat hat den Vorfall untersucht. Nun liegen die Ergebnisse der Untersuchung bekannt.

Der Blick in eine Gefängniszelle: Darin zu sehen ein Fenster mit Gittern, den Rand eines Betts mit einem Mann darauf.
Legende: Die Kesb-Akten sollen teilweise in den Zellen der Häftlinge gelandet sein. Keystone

Die Geschäftsprüfungskommission des Zürcher Kantonsrats (GPK) hat den Vorfall abgeklärt. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Fehler Kesb: Die Kesb der Stadt Zürich hätte ihre Akten nicht in einem Gefängnis binden lassen dürfen.
  • Fehler Gefängnis: Ausserdem hätte die Strafvollzugsanstalt Pöschwies diese Unterlagen gar nicht erst annehmen dürfen.
  • Konsequenz: Damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt, sollen die Mitarbeitenden des Gefängnisses sensibilisiert und besser geschult werden.

Im Oktober 2016 wurde bekannt: Insassen der Strafanstalt in Regensdorf hatten die Kesb-Akten, die zum Binden vorgesehen waren, sortiert. Dabei erhielten sie Einblick in sensible Daten.

Die GPK hat den Vorfall untersucht. Und die Kommission des Kantonsrats kommt zum Schluss: So etwas dürfe nicht mehr vorkommen. Die verantwortlichen Mitarbeitenden der Kesb und der Justizvollzugsanstalt müssen den Vorgaben des Datenschutzes künftig besser Rechnung tragen. Dies hat die GPK am Freitag mitgeteilt.

Ein Häftling wollte sich Vorteile verschaffen

Die Konsequenzen seien bereits gezogen worden, sagte Daniel Hodel, GLP-Kantonsrat und Präsident der GPK. Zum einen werden die Kesb-Daten nur noch elektronisch archiviert und nicht mehr zum Binden nach aussen gegeben. Zum anderen seien die Mitarbeitenden durch den Vorfall sensibilisiert worden.

Zum Ereignis geführt habe ein «absichtlich schädigendes Verhalten eines Dritten», heisst es in der Mitteilung. Die Gefahr von manipulativem Verhalten sei im Justizvollzug naturgemäss besonders hoch. Insassen versuchten nicht zuletzt auch mit Hilfe der Medien Behörden unter Druck zu setzen.

Das Amt für Justizvollzug hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls eingeräumt, dass ein Fehler passiert sei. Die sensiblen Daten seien für die Bearbeitung durch Gefängnis-Insassen ungeeignet gewesen. Dies hätten sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer bemerken müssen. Es sei ein grosses Anliegen, dass ein vergleichbarer Fall nicht mehr vorkomme, teilte das Amt damals mit.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Immer wieder denselben Spruch, wie im Verwaltungsapparat der Schweiz üblich: das hätte nicht passieren dürfen/sollen....beim nächsten Mal, werden wir uns mehr bemühen.....(wie bei Trudi Gerster's: Wumbo-Wumbo-Kindergeschichte..)! Viel zu viele teure Leute im Verwaltungsapparat der CH und auch bei der KESB, welche sich aber nicht durch "EIGNUNG, Erfahrung, Charakter-und Perönlichkeitsstärke, Kompetenz auszeichnen.....
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Abgesehen von diesem neusten (weiteren) Negativbild zur Kesb, mache ich mir aber auch Gedanken über das obige Bild zum Bericht: Wenn im Zimmer eines Strafgefangenen, der eine Strafe für eine kriminelle Tat absitzen muss, neben TV-Gerät, Radio-Stereoanlage sogar noch eine Kaffeemaschine für die "Zwischen-Pausen" zur Verfügung steht, (eventuell noch Internetanschluss!), beweist das doch unmissverständlich, dass wir eine reine "Kuschel-(Luxus)-Justiz" installiert haben und das alles bezahlen!
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Für was benötigen wir eigentlich diese KESB, mir ist aufgefallen dass bei dieser KESB immer wieder nur Fehler, Fehler und nochmals Fehler passieren.
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