Hunde sollen in Zürich günstiger fahren

Ein preiswertes Hunde-Abo im öffentlichen Verkehr: Das haben FDP und Grünliberale mit einem Postulat im Zürcher Stadtparlament gefordert. Und den Vorstoss durchgebracht, wenn auch mit seltsamen Allianzen. Denn das Thema Hund hebt die klassischen Links-Rechts-Fronten im Rat auf.

Kopf eines Hundes, im HiGru Passagiere in einem Tram Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln: Wie viel soll ihr Billett kosten? Keystone

Hundebesitzer, deren Liebling nicht in eine Tasche oder in einen Korb passt, müssen im Tram, im Bus und in Zügen des Zürcher Verkehrsverbunds ZVV ein Halbpreis-Ticket für ihr Tier lösen. Zwar gibt es einen ZVV-Netzpass für Hunde, doch ist er genauso teuer wie ein Abonnement für Jugendliche bis 25 Jahre. So kostet ein Jahresabo für zwei Zonen in der 2. Klasse stolze 549 Franken.

Diese Tarifgestaltung sei unangemessen. Selbst voluminöses Gepäck dürfe gratis mitgeführt werden. Weshalb man für Hunde so viel bezahlen müsse, sei deshalb «nicht nachvollziehbar», befanden eine Vertreterin der GLP und ein Vertreter der FDP.

Sie verwiesen unter anderem auf die SBB. Diese bieten ein Generalabonnement für Hunde an, das dreimal günstiger ist als ein Junioren-GA. Auch die preiswerte Enkel-Karte zogen die Postulanten zum Vergleich heran. Ihrer Ansicht nach würde ein tariflich angepasster Hunde-Netzpass oder eine Karte für Hundehalter analog zur Enkel-Karte die ökologisch unsinnige «Hundefreizeitmobilität» mit dem Auto vermindern.

Ungewöhnliche Allianzen im Rat

Das Postulat von FDP und GLP wurde am Ende mit 70 Ja- gegen 38 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen an den Stadtrat überwiesen. Dabei ergaben sich ungewohnte Allianzen. SVP, CVP, Grüne und ein Teil der AL stimmten vor allem aus formalen Gründen gegen das Postulat, befürwortet wurde es von SP, GLP und FDP. Den Befürwortern war zwar bewusst, dass der Zürcher Stadtrat keinen Einfluss auf die Tarifgestaltung des ZVV hat, sondern nur der Kantonsrat. Dennoch solle die Stadtregierung ein Zeichen setzen, befand die Ratsmehrheit.